BISHERIGE TESTS:

SMART ForFour and ForTwo - 2014/15

Mercedes W 212er E-Klasse 2.Facelifting - 2014

Volvo V 70 - 2011

Mercedes W 212er 1.Serie - 2010

Volkswagen Touran - 2009

Opel Vivaro 'Tour' - 2005

 


Großer Autotest: Diesmal die neue Generation SMART (2014 / 2015):

SMART ForTwo und SMART ForFour

Heute, am 25.April 2015 komme ich endlich mal dazu, die beiden neuen SMARTs der Öffentlichkeit vorzustellen. Wie gewohnt, immer im Brachialtest, wo nichts beschönigt oder verniedlicht wird, denn schließlich wollen wir erfahren, ob diese Autos wirklich ihr Geld wert sind.

Hier erst einmal die beiden Fahrzeuge. Den neuen ForFour fuhr ich im Januar 2015 und den ForTwo jetzt Mitte April 2015.

Zunächst einmal zum ersten Eindruck der Wagen, denn der ist ja entscheidend, ob einem die Kiste gefällt oder auch nicht.

Meine Frau und ich sind uns einig, daß diese Wagen beide grotten-häßlich sind. Sie sehen aus, als hätte man sie gegen einen Baum gefahren.

Wenn man sie mit den ersten SMART-Serien vergleicht, so ist den Designern ein echter Flopp gelungen, denn an den früheren Fahrzeugen, sowohl des ForFours als auch des ForTwos gab es eigentlich nichts dran auszusetzen. Schlichtes und der Form angepaßtes Styling, bei dem es keinerlei überflüssige Ecken und Kanten gab.

Hier ein paar Bildchen der Originale:

Links der SMART meiner Schwester Susi aus der allerersten Serie 2001 (fährt bis heute problemlos) und rechts davon die letzte echte SMART-Generation von 2013. Unten ein ForFour von 2005.

Tja, den Unterschied zwischen dem echten SMART und der neuen Generation merkt man umgehend, wenn man Platz nimmt, denn außer ein paar Gimmicks im Innenraum ist nahezu nichts mehr so, wie man es beim SMART halt gewohnt war. Und das gilt für beide Typen.

Jetzt kommen wir zum Test des SMART ForFour 2014

Wir gehen noch einmal um den Wagen herum, um uns einen genauen Eindruck zu verschaffen.

Und nun die offiziellen KFZ-Daten:

Dann öffnen wir die Fahrertür und werfen einen ersten Blick in das Fahrzeug.

Von außen, wie festgestellt, irgendwie ein ixbeliebiger Kleinwagen. Öffnet man dann die Fahrertür, so kommt schon eher wieder ein gewisses SMART-Feeling auf dank der, zumindest in dieser Version vorhandenen weißen Plastik-Aplikationen im Inneren. Im Dauergebrauch dürfte diese Farbe eher unpraktisch sein, aber da es viele Möglichkeiten der farblichen Zusammenstellungen gibt, könnte man dieses ja wohl auch in schwarz nehmen. Ob es hübsch aussieht, überlasse ich mal dem jeweiligen Betrachter, denn Geschmack ist schließlich etwas, worüber man streiten kann oder auch nicht. Aber zu einem ordentlichen SMART gehört nun mal das leicht kitschige Plastik am Armatourenbrett und im Innenraum dazu. Wir erinnern uns gerne an den allerersten SMART und dessen grottige blaue Umrandungen überall.

Wir besteigen den Wagen und bemerken umgehend, daß die Sitze, wie schon seit einigen Jahren wirklich sehr bequem sind, vor allem, wenn man sie mit dem Original SMART ForTwo vergleicht. Aber schon der erste ForFour hatte wirklich hervorragende serienmäßige Sitze, was ja die großen Mercedeswagen nur sehr bedingt von sich behaupten können.

Wir nehmen also Platz und betrachten unsere Umgebung. Also zunächst das Lenkrad und den Tacho.

Der Tacho ist im Großen und Ganzen so, wie man ihn vom allerersten SMARTIE gewöhnt ist: Gut und deutlich erkennbar wie die ostfriesische Fahne: Weiße Möwe auf weißem Grund!

Damit meine ich, daß es selten einen Tacho gab, der unter den meisten Beleuchtungsbedingungen tagsüber derart schlecht ablesbar ist, wie der beim SMART, egal, ob es sich um den ForFour oder ForTwo handelt! Nur daß über all die Jahre etlicher Computer-Spielkrahm hinzugekommen ist, von dem Manches sinnvoll, Anderes aber ziemlich überflüssig ist. Solcher Art Armatouren, wo man sich erst durch ganze Computer-Programme durchhangeln muß, sind sogar im Verkehr eher gefährlich, da man ständig abgelenkt ist und auf den Knöpfen herumspielt.

Andererseits gibt es aber auch einige Dinge, wie zum Beispiel die momentanen Verbräuche oder den Durchschnittsverbrauch, die Sinn machen und einem zeigen, iwe man fährt, wozu ich auch den Öko-Fahrtest rechne, den ich schon im Test für den W 212er gezeigt und erklärt habe. Dieser findet sich auch im ForFour wieder. Dazu aber später, wenn wir uns um den Verbrauch des Wagens kümmern.

JETZT aber kommt der Aha-Effekt, der uns brachialst daran erinnert, daß wir nicht mehr in einem SMART sitzen, den wir seit ewigen Zeiten gewohnt sind. Als da ist zu allererst das Zündschloß! In allen SMARTS, ForTwo oder ForFour war eben dieses in der Mittelkonsole, was sehr gewöhnungsbedürftig war. JETZT ist es dort, wo es BEI ALLEN AUTOS ist, nämlich rechts am Lenkrad.

Und dann die Schaltung: Über viele Jahre hinweg waren wir die Tiptronic des SMARTS gewohnt, die dann später im ForTwo durch die Wahlmöglichkeit einer echten Automatic erweitert wurde. Jetzt gibt es nur noch HANDGESCHALTETE Getriebe, wobei irgendwann in naher Zukunft wohl eine Automatik hinzukommen soll.

Der Vorteil ist allerdings, daß man jetzt den SMART mit einem Gang feststellen kann, während das früher eigentlich nur mit der Handbremse ging, wenn man den Trick nicht kannte, vor dem Abstellen des Motors den Rückwärtsgang einzulegen, der der einzige war, der auch drin blieb. Trotzdem empfahl es sich immer, die Handbremse anzuziehen.

Unser Blick schweift weiter durch das Innere des Wagens und bleibt am Rest der Armatouren hängen. Zumindest in der Version, die ich gefahren habe, gab es ein ebenfalls in schlohweiß gehaltenes Radio, das keinen CD-Player mehr hatte, dafür aber, wie derzeit in nahezu allen neuere Wagen, einen USB-Anschluß. Da fragte ich mich natürlich, ob ich nun meine riesige CD-Sammlung rippen müsse, um sie im Wagen hören zu können. Aber vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, sich wahlweise ein Radio einbauen zu lassen, das noch CDs(DVDs akzeptiert. Muß ich mal klären.

Das Beste aber an diesem Teil des Armatourenbrettes war die Tatsache, daß Irgendjemand die OFFIZIELLE HALTERUNG des Handys bzw. Navis direkt vor das Radio plaziert hat! Was verständlicherweise bewirkt, daß man große Teile des Radios nicht mehr bedienen kann! Manchmal muß man die Daimler-Konstrukteure ja zu ihren wahrhaft genialen Idee beglückwünschen!

Noch ein kurzer Blick auf die Rückspiegel, denn auch die sind nicht mehr das, was man aus den SMARTs kannte. Aber beide sind wirklich gut und bieten ordentlich Sicht.

Jetzt kommen wir zu den Sitzmöglichkeiten, als da sind der Beifahrersitz und die beiden auf der Rückbank. OK, wir wissen, daß es sich bei diesem Wagen um einen Kleinwagen handelt, aber trotzdem muß man schon das Platzangebot ein wenig kritisch sehen.

Der Beifahrer hat einen hervorragenden Sitz und ordentlich platz, wenn er denn alleine mitfährt und etwas mehr Beinfreiheit möchte. Was ja übrigens natürlich auch für den Fahrer gilt, denn auch da ist ja nicht jeder ein Zwerg. Wenn man, was für die meisten Fahrer gelten dürfte, den Sitz ganz nach hinten stellt, wird es für die Passagiere auf der Rückbank eng. SEHR ENG! Es gibt französische Kleinwagen, die hinten unter den gleichen Bedingungen sehr viel mehr Platz vorweisen können, wie zB den Peugeot 107 / Citroen C1.

Und dann sind da noch die Ablagefächer, die ja durchaus wichtig sind. Vor allem, wenn man diese mit den großen Brüdern von Mercedes vergleicht, wo diese nahezu katastrophal sind.

Im ForFour dürfte man sie als ziemlich gut bezeichnen, wenn man mal vom Handschuhfach absieht, das wirklich eben ein solches ist.

Zum Beispiel diese hier vor der Schaltung.

Und nun kommen wir zum Kofferraum. Da hat sich etwas zum Positiven verändert, wenn man es mit dem Original SMART ForFour vergleicht. Dieser war nicht nur jämmerlich klein, sondern wurde auch noch dadurch verkleinert, daß dort die Stange zum Umlegen der Rücklehnensitze in den Raum hineinreichte. Daswar damals wirklich der absolute Konstruktionshammer des Autos! Und auch die Sitze ließen sich nicht absolut flach umlegen.

Wir öffnen also mal die Heckklappe.

Da sieht es beim neuen ForFour sehr viel besser aus. Wir haben eine ganz normale Schlaufe, die man zieht, um die Rücklehnen umzuklappen. Und wenn man das hinter sich gebracht hat, bekommt man eine, für einen Wagen dieser Größe, durchaus ordentliche Ladefläche.

So, und jetzt kommen wir zum Wichtigsten des Wagens: Dem tatsächlichen Fahrverhalten und dem Verbrauch!

Während der echte ForFour damals eine Straßenlage hatte, die es mit einem kleinen Sportwagen aufnehmen konnte, so ist dieser nun in der eines ganz normalen Kleinwagens angekommen. OK, es gab keine besonders schlechten Straßenvoraussetzungen oder heftige Seitenwinde, aber im Großen und Ganzen fuhr er sich angenehm.

Eine extrem leichtgängige 5-Gang-Schaltung beschleunigte das Wägelchen in guten Zeiträumen auf 100 oder bis hoch auf 150, was sich aber umgehend in einem enormen Durst widerspiegelte. Und genau DA zeigte sich der gravierende Schwachpunkt dieses Autos: Es entwickelte einen für diese Größenordnung erstaunlichen Durst! Und der Witz ist der, daß im AdAC-Heft vom April 2015, wo der ForFour ebenfalls getestet wurde, die Herren dort zum gleichen Ergebnis kamen! Während zB ein Citroen C1, der ja etwa in der gleichen Liga spielt, einen Durchschnittsverbrauch von etwa 3,5 Litern auf 100 hatte (eigener Test), so schluckte der ForFour etwa 7,5 im Durchschnitt. Aus der Autobahn ging er dann schon mal bei konstanten 100 auf etwa 5 Liter runter, ging aber beim Überholen eines LKWs locker auf nahezu 10 hoch! Beim ersten Anfahren am Morgen zeigte der Bordcomputer sogar 14 l an!

Hier erst einmal der angebliche aber OFFIZIELLE Kraftstoffverbrauch von der SMART-Seite: Da staunt man aber wirklich, denn dort träumen die von einem kombinierten Verbrauch von etwa 4,7 l / 100! Wir Alle wissen, daß die offiziellen Herstellerangaben, auch und vor allem was den Verbrauch betrifft, gelogen sind von vorne bis hinten, hier aber dürfte der nun wirklich ein wenig sehr zu niedrig angegeben worden sein! Sicherlich deshalb, weil nahezu Alle der Meinung sind, daß ein Wagen dieser Größe schon sparsam im Schlucken sein sollte!

Wir schauen uns nun einmal die Verbrauchswerte während meines Tests an. Zunächst bei Antritt der Fahrt, danach etwa 3 Stunden im reinen Stadtverkehr und dann später auf der Autobahn etc.

Und das war dann der Durchschnitt am Ende. Auf jeden Fall deutlich über 5 Liter, was verdammt viel ist! Das schafft ja schon eine moderne E-Klasse auf reiner Autobahnfahrt.

Der Durchschnitt des gesamten Tests lag bei über 7 Litern! Unglaublich!

Das Gimmik der Öko-Fahrerziehung dürfte beim Verbrauch auch nur bedingt hilfreich sein, wenn man mich fragt. Ein reines Show-Gimmick!

Und nun am Ende des Tests noch zwei Dinge, die einerseits typisch für Mercedes-Fahrzeuge dieser Tage sind, andererseits aber auch irgendwie erschrecken sind.

Wie bei der E-Klasse ist auch bei diesem Wagen der Tank ABSOLUT UNGESICHERT! Ein 1-Euro-Schraubenzieher reicht völlig aus, um den Tankdeckel aufzubrechen. Danach hindert den potentiellen Spritdieb nichts mehr!

Aber das Beste kommt noch: DIE MOTORHAUBE! Von außen mit zwei kleinen nicht abschließbaren Griffen jederzeit von Jedermann zu öffnen! Danach hat man vollen Zugang zum Motorbereich! Dazu kommt dann noch, daß die sogenannte MOTORHAUBE ein Stück hauchdünnen Plastiks ist, das auch ein wenig kräftiger Mensch, wie ich es bin, jederzeit mit der Hand verbiegen oder gar brechen kann! Ein echter Scherz, wie er mir so in 50 Jahren Fahrpraxis noch niemals untergekommen ist!

 

Fazit dieses Tests:

Als ich den Wagen bei meinem Vermieter zurück gab, sagte ich ihm, der Wagen sehe aus, wie ein gegen einen Baum gefahrener japanischer Kleinwagen und führe sich wie ein französischer. Da wußte ich noch nicht, wie recht ich hatte. Man lächelte und sagte: Das IST ja auch ein französischer Kleinwagen. Nun ja.

Ich kenne inzwischen nahezu alle Wagen dieser Größenordnung und habe auch den Original ForFour selber gefahren. Wenn ich mir also einen neuen Wagen dieser Klasse kaufen möchte, würde ich mich ganz sicher nicht für einen SMART ForFour entscheiden. Für über 11.000,- Euro gibt es inzwischen eine breite Palette von Fahrzeugen, die dann sehr viel eher infrage kämen, wie zB der Citroen C1!

Vor allem der Verbrauch ist schlicht und ergreifend grottig, was sich ein Fahrzeug dieser Klasse einfach nicht mehr leisten kann und darf!

Da würde ich im Zweifelsfalle lieber zum ORIGINAL greifen, nämlich dem Renault Twingo!

Und hier noch der Test aus dem April-Heft 2015 des AdAC:

PS: Der Original-ForFour wurde übrigens auch schon nicht von Mercedes entwickelt, sondern stammte vom Mitsubishi Colt ab, aber er hatte eine sehr viel eigenere Note und sah wenigstens noch aus wie ein SMART und fuhr sich auch wie ein solcher.

 

 

Jetzt kommen wir zum Test des SMART ForTwo 2015

Das ist die neue Generation des SMARTs, so wie wir ihn kennen, oder denken, ihn zu kennen. Optisch sieht er aus, wie ein in der Mitte durchgesägter ForFour, und im Großen und Ganzen gelten nahezu alle Dinge, die ich oben über seinen größeren Bruder geschrieben habe, auch für ihn. Er ist einfach häßlich verglichen mit den früheren Generationen.

Hier erst einmal die offiziellen Fahrzeug-Daten.

Fertig zum Einsteigen.

SMART von innen mit den Sitzen heute

und 2012

Es fehlen bei diesem Modell die auffälligen Plastik-Verkleidungen, die hier in angenehmem dunkelgrau gehalten sind, was der Innenoptik des Wagens sehr zugute kommt. Nur die kleinen Teile am Tacho und der Lüftung erinnern diesbezüglich noch an das Original.

Auch der Tacho ist im Styling nahe beim Original geblieben.

Hier im Vergleich dazu der Tacho aus dem 2012er Modell:

Ansonsten gilt zB für das Lenkrad, die Zündschlüsselposition und das Getriebe das Gleiche, was oben zum ForFour geschrieben wurde. Alles, was man am SMART kannte und irgendwo auch liebte, ist weg! Außer vielleicht die Kürze des Fahrzeugs.

Auch hier fehlt die Tiptronic, die in den letzten Serien wahlweise auch mit echter Automatik gefahren werden konnte, wie auf den Fotos gezeigt (Das 'A' bedeutet eben 'Automatik') und ist durch ein leichtgängiges 5-Gänge-Hangeschalt-Getriebe ersetzt worden. Ob es in absehbarer Zeit eine Automatik geben wird, weiß ich nicht, aber sie wird sicherlich kommen. Aber man hat eben nicht mehr das typische SMART-Fahrgefühl.

Wie auch beim ForFour, wie eigentlich bei nahezu allen Automodellen mit Start-Stop-Automatic, empfiehlt es sich sehr dringend, diese auszuschalten, denn der Wagen ist ziemlich lahm an der Ampel, und außerdem dürfte diese für den Starter, wie wir es beim W 212er E-Klasse sehen, gar nicht gut sein auf Dauer.

Jetzt betrachten wir uns zunächst die weiteren Teile der Armatouren.

Auch hier, wie beim ForFour sehr ungewohnt der Zündschlüssel rechts am Lenkrad und nicht hinter dem Schaltknüppel auf der Mittelkonsole.

Bemerkenswert bei diesem Modell ist das Radio.

Neben den üblichenKnöpfen und Schaltern gibt es in der Mitte einen Knopf, dessen Geheimnis man erst erfährt, wenn man ihn rausgedreht hat. Das aber gestaltet sich extrem schwierig, weil man ihn nicht richtig anfassen kann und ständig abrutscht! Den 'Griff' hat auch hier mal wieder Jemand konstruiert, der selber wahrscheinlich niemals versucht hat, ihn vom Radio zu entfernen, um an den dahinterliegenden USB-Anschluß zu gelangen!

Aber immerhin ist hier keiner auf die glorreiche Idee gekommen, eine Navihalterung VOR das Radio zu setzen! Man muß ja schon mit den kleinen Verbesserungen zufrieden sein.

Nun die Ablagemöglichkeiten.

Wie beim ForFour gilt auch beim Handschuhfach, das dieses eben tatsächlich nur für ein Paar Handschuhe geeignet ist. Aber ansonsten gibt es auch in diesem Model der Größe entsprechend ziemlich ordentliche Ablagemöglichkeiten.

Und dann zum Kofferraum, sofern man einen solchen beim SMART ForTwo überhaupt hat.

Die Heckklappe wird nicht mehr mit zwei kleinen Hebeln links und rechts an der Klappe geöffnet, sondern mit dem ziemlich klobigen vorne rechts neben dem Schloß. Aber zwei Kisten Bier und einen Schlepptop bekommt man in dieses Autochen hinein, und mehr kann man wohl auch nicht erwarten.

Und auch der Tankdeckel ist wie beim ForFour extrem leicht zu öffnen. Da lacht sich doch jeder Spritdieb ins Fäustchen, wenn er das sieht.

Beim Fahren sitzt man als Fahrer sehr bequem und die Federung ist gegenüber den Originalen im Laufe der Jahre immer besser geworden. Genau wie die allgemeine Straßenlage. Konnte man früher in der ersten Modellen auf der Autobahn bei einer seitlichen Böe durchaus mal einen Meter neben der Original-Fahrspur stehen, so passiert dieses einem inzwischen wohl nicht mehr, jedenfalls habe ich keine solche Situation erlebt. Auch die Übertragung der Schlaglöcher auf Gesäß und Hinterkopf wurde im Laufe der Jahre deutlich verbessert und ist auch bei diesem Modell durchaus nicht schlechter, als bei anderen Kleinwagen.

Da meine Testversion kein Computerprogramm hatte, das mir den genauen Verbrauch anzeigte, muß ich vom Wiederauftanken her den Verbrauch berechnen. Und der lag im reinen Stadtverkehr bei ca. 6 Litern auf 100, was ich für ein Auto dieser Größenordnung ebenfalls für sehr hoch halte.

Fazit: Der SMART als reines Stadtauto war und bleibt von der Konzeption her schon irgendwie bemerkenswert und wurde ja inzwischen auch schon kopiert, aber bei dieser letzten Serie haben die Macher doch für mein Empfinden den Originalweg zu weit verlassen und sich einem normalen Kleinwagen angenähert. Außerdem war und ist dieser Wagen einfach viel zu teuer in der Anschaffung, wenn man bedenkt, daß man aus Frankreich und Italien schon echte 4-Sitzer für erheblich weniger Geld bekommt und diese nur unwesentlich länger sind, als es der SMART ForTwo ist.

Ich persönlich würde mir also keinesfalls ein solches Wägelchen kaufen. Aber zum Leihen ist er schon in Ordnung und erfüllt seinen Zweck.

Ein paar zusätzliche Informationen zur Marke SMART findet man natürlich bei WIKIPEDIA: http://de.wikipedia.org/wiki/Smart_%28Automarke%29

 


 

Großer Autotest: Diesmal der MERCEDES W 212 (2. Facelifting 2013):

Seit ein paar Tagen fahre ich einen der beiden neuen Daimler-Benz E-Klasse-Wagen, die sich mein Chef erst kürzlich zugelegt hat.

Grundsätzlich sind es W 212er nur im zweiten Facelifting, wobei es ein paar neue Features gibt, die teils gut, teils gewöhnungsbedürftig und teils immer noch grottig sind! Warum es - für etliche Euronen zusätzlich - die etwas 'sportivere' Version sein mußte, erschließt sich mir nur bedingt, denn eine Taxe ist zu allererst eine Maschine zum Geldverdienen!Der Kühlergrill ist bei einer E-Klasse irgendwie fehl am Platze, wenn man mich fragt! Bei einem Auto dieses Typs braucht man einfach das Rentner-Jagd-Fadenkreuz vorne!Irgendwie nervt es mich sowieso schon seit Jahrzehnten, daß man bei einem Auto der Luxus-Klasse (weltweit denken alle so, nur wir nicht!) keine ordentliche Motorhaube mehr vor sich hat! Meine erste Taxe war ein 170D mit Flossen, wenn auch nur für ganze 2 Wochen (heul!), bei dem man ja noch so richtig etwas VOR SICH hatte!Der /8er ging auch gerade noch, aber schon beim 123er ging es dramatisch bergab.Und JETZT? Noch nicht einmal mehr einen Stern hat man im Blickfeld! OK, man kann sich das Teil ja auch mit einem NORMALEN Grill kaufen, aber offenbar benötigt der Eine oder Andere so einen Schnick-Schnack? Ich frage mich nur immer: WOZU? Und der Krempel kostet ja auch zusätzlich!Nun ja, ist ja nicht mein Wagen, aber sagen wird man das ja wohl dürfen, zumal einem die Unternehmer, die diese Dinger kaufen, dann auch noch wegen der Umsätze in den Ohren liegen! Schließlich wird ja Einiges an Raten fällig!Trotzdem darf man feststellen, daß der Wagen optisch alles in allem einigermaßen gelungen ist!So mit schön verregneter Hafenatmosphäre gibt er schon was her!Allerdings hätte ich anstelle statt der Limousine doch lieber einen Kombi gekauft, denn diese Art Fahrzeug ist eigentlich für das Taxigeschäft ABSOLUT UNGEEIGNET!

Aber immer der Reihe nach!

Zunächst einmal steigen wir in den Wagen. Es ist ein 200 TDI, wie man der Zulassung entnehmen kann! Also ein typisches Standard-Mercedes-Taxi. Die Sitze (serienmäßig?) sind bequem und gut einstellbar. Allerdings fühlt man sich, wie schon seit der 211er-Serie, wie in einer 90er-Jahre-C-Klasse! Es kommt immer wieder das gehaßte Go-Kart-Feeling auf! Eingezwängt zwischen Tür und Mittelkonsole! Echt Scheiße!

Dann kommt der erste Aha-Effekt: Es gibt keinen Schalthebel mehr auf der Konsole! Dafür hat man nun AUF DER RECHTEN SEITE DES LENKRADES einen Hebel, der durch sanftes Drücken rauf oder runter den Rückwärts- bzw. Vorwärtsgang einlegt. Drückt man auf den zentralen Knopf am Ende des Hebelchens, gelangt man unmittelbar in den Feststellmodus! Ziemlich gewöhnungsbedürftig, denn man vergißt gerne am Stand, auf eben dieses Knöpfchen zu drücken!

Dann kommen wir zu den Armatouren! Da fällt sofort negativ auf, daß Daimler ihre E-Klasse nun mit Anzeigen ausgestattet hat, die einen an die SMARTs erinnern! Wie die ostfriesische Fahne: Weiße Möwe auf weißem Grund! Echt 'gut' ablesbare dunkelgraue Ziffern auf hellgrauem Hintergrund! Was DAS sollte, erschließt sich mir keinesfalls! Bei bestimmten Lichteinfällen tagsüber lassen sich die Armatouren überhaupt nicht mehr ablesen! Und selbst bei etwas dunklerer Umgebung mit Beleuchtung ist das immer noch schwierig! Da tut sich mir die Frage auf: Welcher Blödmann hat das alte, gut ablesbare Brett, durch diesen Müll ersetzt? Nur bei direkt drauf scheinender Sonne oder absoluter Dunkelheit kann man die Ziffern gut erkennen! Ansonsten hilft nur, daß man sich die Geschwindigkeit DIGITAL anzeigen läßt!

Wenn man ein bißchen rumdrückt, darf man ebenfalls feststellen, daß leider solch dummerhaftige Sachen, wie das Ein- und Ausschalten des Dachschildes immer noch über das Menü durchgeführt werden müssen! Was normalerweise nur einen einzigen KLICK benötigt, braucht hier etliche davon! DAS erklärt, warum immer mehr Kutscher zu faul sind, selbst bei besetzten Anfahrten ihre Hungerleuchten nicht mehr auszuschalten, was wiederum bei am Wegesrand stehenden Gästen nachts für Irritationen und Unmut sorgt, da diese natürlich denken, es käme eine freie Taxe!

Ihr lieben Mercedes-Leute! Bitte gebt den zukünftigen Taxen wieder einen ganz stinknormalen Schalter für diese Funktion! Mal in den Touran kucken, wo es so einen solchen noch gibt!

Dann aber kommt man in einen Bereich, der dem Umweltschutz dient! Hier bekommt man eine kleine Lehrstunde zum eigenen Fahrverhalten! Und DAS ist die wirklich erste tatsächliche Verbesserung an diesem Wagen! Immerhin konnte ich mich schon innerhalb der wenigen Tage deutlich in meinem öko-bewußten Fahrverhalten verbessern, wie man an den folgenden Bildern erkennen kann!

Allerdings kommt dann gleich der desillusionäre Schock hinterher, nämlich der VERBRAUCH! Wie oft hört man von Kollegen die unglaublichsten Geschichen über die Verbräuche ihrer Wagen!? Da vernimmt der staunende Lauscher so was wie: 'Mein Wagen verbraucht in reinem Stadtverkehr nur etwa 6 Liter!' Tja, nach 'Jäger-Latein' und 'Seemannsgarn' kommen gleich die Kutscher-Fabeln! Wenn wir dem Bordcomputer glauben dürfen, so hat dieser Wagen bisher etwa 2.500 km gefahren, davon ca. 900 auf der Autobahn, da er in Stuttgart abgeholt wurde und eine Fahrt nach Bremen hinter sich hat!

Durchschnittlicher Verbrauch etwa 7,5 Liter auf 100! Bei den Schichten im Tagverkehr zeigt er immer etwa 8,5 bis sogar über 9 Liter an! OK, das ist besser als die 211er, deren Verbrauch im Stadtverkehr stets so bei 12 bis 14 Litern lag, aber immer noch weit von den angeblichen Verbräuchen entfernt!

Auch der Rest der Armatouren ist eindeutig nicht gut im Styling! Die Symbole auf den Tatsten sind extrem schlecht zu erkennen, und auch die Media-Anzeige sieht aus wie aus dem vorletzten Auto-Jahrhundert! Haben auch schon Kunden festgestellt, die sich neugierig mit dem neuen Wagen beschäftigt haben!

Weitere Details im Inneren des Wagens haben sich ebenfalls nicht verbessert, wie beschissene Türablagen und teilweise abgedeckte Seitenspiegel!

Die Box in der Mittelkonsole hat sich etwas verbessert, wie auch das Handschuhfach. Bei der letzten Serie paßten da tatsächlich nur Handschuhe rein!

Spiegeltaxameter und Innenbeleuchtung sind in etwa gleich, wie bei der Vorgängerserie.

Fußraum hinten ist halbwegs ok! Sehr gut ist die Rückhaltevorrichtung für kleinere Kinder, die nun mitgeliefert wird! Muß man allerdings üben, um diese schnell einrichten zu können. Darüber werde ich später noch mal im Forum über 'Kindersicherungen' schreiben.

Außen fällt neben dem häßlichen Dachschild (ich nannte das mal 'Almhütte') auf, daß auch der Tankdeckel sich nicht verbessert hat! Ein 50-Cent-Schraubenzieher reicht vollkommen aus, um diesen aufzubrechen, da die Öse nur aus dünnem Plastik besteht. Und der Tankdeckel ist NICHT abschließbar! Ideal für Sprit-Diebe!

Dann aber öffnen wir den sogenannten Kofferraum! Einer der absoluten Schwachpunkte aller Mercedesse von ANFANG AN!

Der starre Bügel, der einen Großteil des verfügbaren Raumes einnimmt, ist immer noch da!

Die Öffnung auf STOSSTANGENHÖHE zu bekommen, gehört wohl auch zu den größten Geheimnissen, die Daimler-Ingenieure bis heute nicht in der Lage waren, zu enträtseln!? Jeder Scheiß-FIAT oder Franzose kann das, nur Mercedes nicht!? Wird wohl für immer ein Geheimnisl bleiben, warum die das einfach nicht hinkriegen?! Aber das Allerbeste, was ich auch schon im Vorgängermodell heftigst kritisiert habe ist, daß der Kofferraumboden nach etwa 2/3 plötzlich ANSTEIGT! Als Kutscher, der auch den Flughafen häufiger mal anfährt, weiß man, was es heißt, grottenschwere japanische Koffer einladen zu müssen! Und die soll man dann noch ANHEBEN beim Reinschieben!? Haben die Ingenieure in Stuttgart NIE mal zwei schwere Standard-Koffer in die Kofferräume geladen? Offensichtlich nicht, denn sonst würde man so einen Müll nicht bauen!

 

Schlußbetrachtung:

Fazit: Wenn man als Taxi-Unternehmer sich ein Auto kauft, sollte man darauf achten, daß dieses ein ARBEITSPFERD ist und GELD VERDIENEN soll! Also sollte man sein Augenmerk weniger auf ein schickes Aussehen, denn auf ein günstiges PREIS-LEISTUNGVERHÄLTNIS legen! Das ist bei diesem Wagen ziemlich sicher nicht gegeben, zumal ja Mercedes das derzeit am schnellsten an Wert verlierende Fahrzeug ist! Als Spaßauto mag das Ding ok sein, aber als Taxi?

Weg damit!

Gerade die älteren Kunden mögen die etwas höheren Wagen wir die B-Klasse oder den Touran, weil man da so bequem ein- und austeigen kann. Bei diesem hat man beim Rauskommenn wirklich ein echtes Problem!

Fazit:Als Spaßauto ist der Wagen ok, aber als Taxi eigentlich weitestgehendst unbrauchbar! Aber das waren Daimler eigentlich in den Limousinen-Versionen schon immer! Es kommt, wenn man sich schon einen Mercedes zulegen will, NUR ein Kombi infrage!

OK, ich weiß, daß ich damit ein gehütetes Sakrileg verletze, aber Fakt bleibt Fakt!

Auch wenn es schon seit Langem DAS SYMBOL deutscher Wertarbeit ist, so gibt es reichlich Dinge, die die angeblich weltbesten Autobauer nicht machen sollten und dürften!

 


 

Großer Autotest: Diesmal der Volvo V 70 Kombi:

Über Weihnachten 2011 hatte ich mir für vier Tage einen Wagen gemietet. Eigentlich wollte ich ja einen etwas kleineren (Corsa-Größe), aber die waren schon alle weg, so daß ich auf einen größeren Wagen zurückgreifen mußte, allerdings ohne Aufpreis.
Es war ein Volvo V 70 Kombi Model 'Ocean Race'!

Photobucket

Dieses Fahrzeug war gerade am Vortag bei denen angeliefert worden und hatte ganze 17 Kilometer (in Worten. Siebzehn) auf dem Tacho. Noch brandneuer ging es nun wirklich nicht! Einschließlich des herrlichen Duftes nach frischem Leder.
Zugelassen war er am 12.Dezember 2011
Technische Daten laut Zulassung:
Diesel 2,3 l mit 149 KW (203 PS) und Euronorm 5, also einem echten 'Umweltschutz'-Fahrzeug !?
Als Sonderzubehör, die mich 4 Euro pro Tag zusätzlich kostete, war er mit Winterreifen ausgestattet.
Auch optisch gab er einiges her, wobei es mich interessieren würde, wieviel eigentlich noch originär Volvo an diesem Wagen ist, denn in Schweden werden diese Dinger schon seit Langem nicht mehr gebaut, und der größte Teil der Technik ist natürlich von FORD.
Und aus Schwedenstahl ist der sicherlich auch schon seit ewigen Zeiten nicht mehr.
Aber das soll jetzt hier weniger eine Rolle spielen, sondern einfach nur, ob sich dieses Fahrzeug, das ja in Konkurrenz zur E-Klasse von Mercedes steht, auch als Taxi eignen würde, dann allerdings in einer etwas abgespeckten Ausführung.
In der Ausführung, die ich fuhr, hätte der Wagen etwa 55.000,- Euro beim Händler gekostet, berichtete man mir bei der Vermietung.

Schon als ich mich in den Wagen plazierte, umgab mich das Gefühl von Luxus, denn er war ausgestattet mit echten Ledersitzen aus unglaublich weichem Nappa! Da versank man drin. Wirklicher Wahnsinn! Ich habe schon seit Ewigkeiten nicht mehr auf derart bequemen Sitzen gesessen, wie in diesem Wagen!
Die Vordersitze natürlich individuell einstellbar. Nur das Verstellrad für die Rückenlehnenhöhe (merkwürdigerweise nicht elektrisch) läßt stark zu wünschen übrig, da man mit mittleren Pattschhändchen kaum rankommt.

Dann aber ergab sich schon das erste Problem: Ich wußte nicht, wie man diesen Wagen anließ! Hört sich bekloppt an, war aber so.
Die kleine Box, die man mir als 'Schlüssel' in die Hand gedrückt hatte, enthielt weder eine Infrarot-Schnittstelle, wie wir sie vom Daimler her kennen, noch einen ausklappbaren Schlüssel, wie zB beim VW!

Ich hielt dann dieses Teil gegen alle möglichen Stellen, wo ich einen Kontakt vermutete, aber es tat sich nichts.
Der zur Hilfe gerufene junge Mann zeigte mir dann, wie man es machen mußte.
Oben am Armatourenbrett gab es einen Schlitz, in den man das Teil in einer bestimmten Richtung stecken mußte, und zum Anlassen gab es direkt darüber einen Druckknopf, den man bedienen mußte, sowohl zum Anlassen wie auch zum Ausmachen.
Für mich eine absolute Premiere!
Dabei muß ich aber gleich feststellen, daß ich zummindest den Platz dafür als ergonomisch recht unpraktisch empfand. Viel zu hoch angebracht!
Und noch am vierten Tag faßte ich beim Ausschalten des Motors immer erst einmal unten neben das Lenkrad. Die alten Gewohnheiten sind eben nicht so schnell umzustellen.

Der Wagen besaß eine Automatik und war auf 'Eco-Drive' eingestellt, was eine Start-Stop-Automatik beinhaltete. Im Gegensatz zu dem Smart, den ich mal vor einer Weile gefahren hatte, und bei dem ich diese sofort deaktivuerte, weil sie endlos nervte, funktionierte sie beim Volvo derart unproblematisch, daß man sie kaum bemerkte!
Sowie man an einer roten Ampel bremste und zum Stehen kam, schaltete sich der Motor aus. Und in der Sekunde, in der man den Fuß von der Bremse nahm, startete er wieder, so daß man keinerlei Zeitverlust beim Anfahren hatte!
Ich frage mich allerdings, wie lange dieses System halten soll, wenn wir mal berücksichtigen, daß es in nur einer Taxischicht möglicherweise hunderte Male starten muß!
Ich vermute, daß der Anlassermotor ein wenig stärker ausgelegt ist, als in einem normalen Wagen, aber die Belastungen dürften enorm sein!

Hier können wir dann gleich zum Verbrauch kommen.
Ich fuhr den Wagen 232 km in einem gemischten Betrieb, in dem etwa 100 km Autobahn enthalten waren.
Da ich annehme, daß die gefahrenen 17 km schon mit der ersten Tankfüllung gemacht wurden, waren das also ca. 250 gefahrene Kilometer, für die der Wagen 18,8 l verbraucht hat, was etwa 7 Litern auf 100 entspricht, also kein schlechter Wert an sich ist, aber mit Umweltschutz sicherlich nicht wirklich viel zu tun hat. Vor allem frage ich mich, wieviel der verbraucht, wenn er nicht im Eco-Modus läuft oder im reinen Stadtbetrieb eingesetzt wird, wie zB bei einem Taxi. Da dürfte der Verbrauch realistisch bei 10 Litern liegen!

Eine weitere Premiere in meinem Autofahrer-Dasein ergab sich beim ersten Umschauen, um sich mit den Instrumenten vertraut zu machen.
Dieser Wagen besaß KEINE HANDBREMSE mehr oder ein Äquivalent einer Feststellbremse wie beim Daimler! Erst nach einigem Suchen fand ich einen Knopf, mit dem man die Bremse einrasten oder wieder lösen konnte!
Mich störte das wenig, weil ich so ein Teil in all den Jahren meiner Fahrpraxis sowieso höchsten fünf mal benötigt habe, und nur in Städten, wie Marburg, wo die Straßen stark abfallen. So als zusätzliche Beruhigung.
Aber ich fragte mich, was all Diejenigen nun machen würden, die bei jeder roten Ampel erst einmal die Handbremse hochreißen? Oder wenn solche FahrerInnen etwa an einem leichten Hügel anfahren müßten? Welch eine Katastrophe, wenn da kein so ein Hebel mehr ist!
Oder auch für die kleinen Mini-Schumis unter uns, die gerne mal vorführen wollen, wie toll sie um eine Kurve schlenzen können! Solche Manöver dürften mit diesem Wagen nicht mehr möglich sein.

Zu allererst fallen die gut ablesbaren Instrumente auf, die alles darstellen, was man als Fahrer so im Auge behalten muß. Es gibt keinen Bordcomputer dort, durch den man sich durchhangeln muß, was bekanntlich für die Sicherheit im Straßenverkehr nicht wirklich zuträglich ist.
Im Gegensatz zu einem Mercedes, was für mich immer einer der größten Schwachpunkte der Autos mit dem Stern war und ist, hat der Volvo rechts und links vom Lenkrad zwei mit den Fingerspitzen bedienbare Hebel. Ich brauche die Hände nicht vom Lenkrad zu nehmen. Ganz so, wie es sich schon seit den frühen 60ern für ein ordenliches Auto gehört! Am Lenkrad befinden sich dann noch ein paar Schalter für das Radio und das Autotelefon, sofern man denn eins hat.

Die Mittelkonsole besteht zunächst einmal aus einem größeren Bildschirm, auf dem man neben dem Radio und dem Navi noch allerlei weitere nützliche und unnütze Informationen aufrufen kann, wie zB unter 'My Car' allerlei Hinweise zum Auto selbst oder einer ökologischen Fahrweise!
Beim Parken sieht man dort dann auch das Auto und einige Distanzlinien zu den Nachbarfahrzeugen oder irgendwelchen im Wege stehenden Hindernissen. Ein Signalton und ein Aufleuchten der jeweiligen Linien zeigen dem Fahrer, in welcher Richtung und wie nah sich das Hindernis befindet. Gut gemacht und erheblich besser, als das Äquivalent beim Daimler mit seinen Lichterkettchen.

Das Navi brauchte ich zwar grundsätzlich nicht, stellt sich aber automatisch je nach Helligkeit auf einen Tag- oder Nachtmodus um. Außerdem scheint es ein automatisches Update zu besitzen, denn es berücksichtigt alle aktuellen Verkehrshinweise mit Sperrungen und Staus (rot unterlegt) umgehend und zeigt auch Umgehungsvorschläge an! Grafisch ist es eher konservativ als Stadtplan angelegt.

Der Rest der Konsole ist zunächst einmal etwas unruhig aufgemacht wegen der Darstellung der Person im Zentrum, wenn man die Heizung oder die Lüftung einstellen möchte.
Aber wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, ist es eigentlich ganz praktisch, könnte man aber gerne wieder abschaffen.

Das Schlimmste an dem Wagen war das 'Handschuhfach'! Da paßt ja noch nicht einmal ein einzelner Handschuh zusammengeknüllt rein! Das Fach hätte man sich lieber ganz schenken sollen, denn das ist nur noch peinlich! Das war ja schon im W 212er grottig, aber das hier verhöhnt den Begriff 'Ablagefach'!
Etwas besser sieht es mit der Box in der Mittelkonsole aus, und die Fächer in den Seitentüren sind ordentlich.

Als kleines Gimmik am Rande gab es mit einem in den Spiegel eingeblendeten Kompaß, der dem Fahrer die ungefähre Fahrtrichtung (N, S, W, E oder NW usw.)anzeigte. Hat bei mir eine Weile gedauert, bevor ich begriff, daß es sich bei dieser Anzeige um einen Kompaß handelte. Für Leute, die schnell den Überblick verlieren, mag das Ding ja nützlich sein. Ansonsten sind alle drei Spiegel sehr ordentlich angebracht, so daß man einen guten Überblick besitzt.

Der Wagen hatte natürlich eine Sitzheizung für die beiden vorderen Sitze, die schon nach wenigen Sekunden eine wohlige Wärme entwickelte. So ein 'Eierkocher' ist wirklich ein absolutes Muß, wenn man mich fragt, vor allem, wenn man an Wintertagen und -nächten dort beruflich viele Stunden zubringen muß..
Und die Gurte sind sehr bequem angebracht, wobei sie allerdings schon direkt nach dem Anrollen Alarm schlagen, wenn man sich noch nicht angeschnallt hat.
Ein weiteres Sicherheitsfeature ist, daß man den Wagen nur anlassen kann, wenn man den Fuß auf der Bremse stehen hat.

Die Beleuchtung, die sich automatisch beim Start einschaltete, bestand aus Xenon-Scheinwerfern, die die Straße im Dunkel fantastisch ausleuchten, wobei aber auch das KURVENLICHT einiges Beitrug, mit dem dieser Wagen ausgestattet war!
Mein letzter Wagen mit so einer Einrichtung war mein Citroen DS 21 Baujahr 1966, der so etwas serienmäßig drin hatte! Und ein US-Tucker hatte so ein Licht schon in den 40ern!
Tolle Einrichtung! Sollte man zur Pflicht für jedes Auto machen!
Die Innernraumbeleuchtung war ok, wenn auch im Dunkeln etwas schwer zu bedienen, da die Schalter UNBELEUCHTET waren, was mich ein wenig wunderte!
Dafür war aber der Fußraum beim Einsteigen auf allen Plätzen erleuchtet.

Und nun kommen wir zu den Räumlichkeiten, die für ein Taxi natürlich immens wichtig sind, da es sich bei denen ja um ARBEITSPLÄTZE handelt, wo Ergonomie und Platzangebot essentielle Voraussetzungen sind!
Über die Sitze in diesem Wagen habe ich schon berichtet. Das gilt auch für die Plätze im Font. Allerdings handelt es sich hier um die Super-Luxus-Ausführungen, was bedeutet, daß ich über die Standard-Ausführungen nichts sagen kann. Aber schlechter als die Seriensitze beim Mercedes dürften die kaum sein, denn diese sind kaum zu unterbieten.
Fußraum ist auch auf den rückwärtigen Plätzen in ausreichendem Maße vorhanden, selbst wenn der Fahrersitz, wie in meinem Falle, bis ganz nach hinten gestellt ist.
Die Form der Türen ist beim Einsteigen vor allem hinten sehr bequem, und im Nachteinsatz ist hier auch die Fußraumbeleuchtung durchaus brauchbar aus der Sicht des Kunden.

Gerade für den Taxibetrieb ist der Kofferraum extrem wichtig, vor allem, wenn man öfters den Flughafen oder den Bahnhof anfährt. Wir alle wissen, wie grottig die Kofferräume oder die Ladeflächen bei Daimlern sind. Der letzte (und auch der erste) ordentliche Kombi war bei Daimler der 210er! Alles was vorher oder nachher war oder kam, konnte und kann man getrost in die Tonne treten!
Wenn man bei diesem Wagen auf den Schlüssel drückt, um die Hecktür zu öffnen, gleitet diese mit einem satten Surren nach oben und zeigt einen großen und sehr aufgeräumten Stauraum. Und da auch das Heckfenster fast senkrecht ist, dürfte der angebotene Platz jeden zufrieden stellen!
Das kann man noch lange nicht von jedem Kombi in dieser Klasse behaupten, vor allem nicht, wenn da Namen wie BMW oder Daimler draufstehen.
Beim Schließen zieht sich die Klappe selber zu, was zwar praktisch ist, aber ich bezweifele auch hier, daß das Ganze sehr lange durchhält unter Taxibedingungen.

Nun werfen wir noch schnell einen krurzen Blick auf die Tankklappe, die man von innen her öffnen muß, wobei der Schalter dazu erst nach längerem Suchen ins Auge fällt.
Diese ist, ähnlich wie beim W 212er von Mercedes inzwischen auch nur noch aus Plastik, aber schon ein wenig stabiler konstruiert. Allerdings dürfte auch hier ein etwas besserer Schraubenzieher ausreichen, um ihn zu knacken und an den begehrten Diesel zu kommen!

Und dann noch ein letzter Blick in den Motorraum.
Der sieht einerseits extrem aufgeräumt aus, da alles verkapselt ist, aber ich frage mich, wie man hier noch irgend etwas selber machen will, ohne nicht zuvor den halben Wagen auseinandergenommen zu haben!?
Selbst an die Scheinwerfer kommt man nicht mehr an, ohne erst einmal eine Verkleidung entfernen zu müssen.

Fazit:
Der Volvo V 70 Kombi ist schon ein tolles Auto! Mein Frauchen und ich wollten ihn gar nicht wieder zurückgeben. Und eines darf ich ebenfalls gerne sagen: Für den Wagen schmeiße ich jeden W 212er umgehend auf den Müll! In der gefahrenen Ausführung ein echter SCHLITTEN, dem nan nicht mehr anmerkt, daß ein Diesel im Motorraum schlägt.
Ob er im Taxenbetrieb Sinn macht als Alternative zum Mercedes oder den Tourans, sei mal dahingestellt, denn er gehört ja schon zu den ziemlich teuren Vehikeln, selbst wenn man ihn in einer Sparversion ersteht, aber diese Frage muß man sich natürlicb auch bei einem Daimler stellen, der, meiner Meinung nach, nur noch gut ist für diejenigen, die unbedingt einen Stern vorne brauchen als Ego-Verstärker!
Wenn ich aber die Wahl hätte zwischen einem 212er-Kombi und einem entsprechenden V 70, gäbe es überhaupt keine Überlegungen: DEN würde ich mir, wenn ich das Kleingeld übrigt hätte, sofort kaufen!

 


 

Autotest: MERCEDES-BENZ W 212 E-Klasse als Taxe:

Test vom Mai 2010

Inzwischen sieht man hier in Hamburg schon die ersten Wagen des neuen Daimler W 212 E-Klasse als Taxen herumfahren. Da wird es höchste Zeit, diesem Fahrzeug auch einen ausführlichen Test zu widtmen! Schließlich möchte man doch vielleicht gerne wissen, auf was man sich da einläßt, wenn man die doch recht stolze Summe von 29.900 Euro für diesen Wagen in der Taxi-Version hinblättern will.
Der Wagen ist mit einem 2.200 ccm-Diesel ausgestattet. Der 2 l kommt im Herbst auf den Markt.

Dank der Mercedes-Benz-Filiale in der Kollaustraße in Hamburg konnten mein Freund Kai und ich diesen Wagen für eine längere Zeit probefahren. Natürlich sollte er nicht nur nach dem Spaß-Faktor getestet werden, sondern hauptsächlich nach den Gesichtspunkten, die diesen Wagen taxi-tauglich oder auch -untauglich machen.
Als da sind: Ergonomie, Platzangebot, allgemeines Handling, Sitzkomfort und Kofferraum. Ganz wichtig auch der tatsächliche Verbrauch! Und noch ein paar andere Aspekte.

Wie eigentlich alle neuen Modelle von Daimler im Styling zunächst einmal recht gewöhnungsbedürftig sind, muß ich persönlich eigentlich feststellen, daß er ganz hübsch geraten ist. Vielleicht ein wenig eckig, aber doch so, daß man damit herumfahren kann, ohne rot zu werden.
Wie sagte mein Mittester Kai: "Der Wagen ist ohne Zweifel als Mercedes zu erkennen, es hat sich Einiges getan."

Allerdings würde er in einer dezenteren Farbe (Dunkelblau oder Weinrot) natürlich um einiges eleganter wirken, was mal wieder ein echtes Argument für die Farbfreigabe wäre.

Nachdem man also mehrfach um dieses Vehikel herumgegangen ist, möchte man natürlich auch Platz nehmen. Dort, wo man als Fahrer im Falle einer Anschaffung seinen Arbeitstag verbringen würde: Auf dem Fahrersitz!

Die Seitenwerbung zitierend stellte Kai fest: "Willkommen in der Ruhezone?! Ja, der Wagen ist durchaus wieder eine E-Klasse, zum W211 hat er deutlich gewonnen, an Raumgefühl und Ruhe."

Da darf man umgehend feststellen, daß die neuen serienmäßigen Sitze recht ordentlich zu sein scheinen und in vielerlei Hinsicht einstellbar sind. Da hat sich seit den /8ern schon einiges getan, denn schließlich waren die Sitze als 'Rückgrat-Killer' berüchtigt.
Mein Freund Kai allerdings ist einer von den Fahrern, die nicht mit wirklich langen Beinen gesegnet sind. Wenn er also bequem an die Pedalen kommen will und gleichzeitig auch noch den Stern anpeilen möchte (den braucht man ja schließlich als Fadenkreuz), dann stößt er, trotz seinen spärlichen 168 cm 'Körpergröße' oben gegen die Sonnenblende! Und auch der Durchlaß zwischen Tür und Sitz ist derart schmal, daß er ein wirkliches Problem hat mit dem Rein- und Rauskommen.

Die Qualität des Bildes bezüglich der Kopffreiheit ist nicht sehr gut, aber man bekommt eine Ahnung seiner Probleme. In meinem Falle war das Ganze sehr viel besser, denn ich besitze etwas längere Tentakel, mit denen ich, auch bei weiter nach hinten geschobenem Sitz recht bequem plaziert bin und auch nicht gegen das Dach stoße. Aber schließlich sollte man ja auch Fahrer/innen berücksichtigen, die eben etwas kürzere Gehwerkzeuge haben!

Wie stellte er fest? "Die Ergonomie lässt zu wünschen übrig, entweder man kann rausgucken oder man kann sitzen, beides scheint unvereinbar, jedenfalls bei mir, da ich ein Körpermaß von 168cm habe, stoße ich bei aufrechter Haltung gegen die Dachkante vom Schiebedach, den Stern sehe ich trotzdem nicht ."

Jetzt fällt unser Kennenblick sofort auf das Armaturenbrett und die Anordnung der Instrumente. Da fiel uns beim Umdrehen des Schlüssels umgehend die Tatsache ins Auge, daß die Dach-Bremsleuchte schon nach nur etwa 700 Kilometern ihren Dienst quittiert hatte.
Gleichzeitig bemerkten wir die witzige Kaffeetasse links, deren Bedeutung wir uns zunächst einmal nicht erklären konnten. Wir wurden dann aber später durch den Verkäufer aufgeklärt.

Kai hierzu: "
Die Instrumententafel ist elegant und gut ablesbar. Die Anzeige gibt kund, dass sich das Dachkanten-Bremslicht dieses Neuwagens schon verabschiedet hat. Gleichfalls wird man zu einer Tasse Kaffee (diese Anzeige erscheint, wenn man nach einer längeren Fahrt zur Unaufmerksamkeit neigt) aufgefordert, vieleicht um Ruhe zu bewahren, es könnte ja schlimmer kommen."

Das mag also für die Vertreter unter den Mitmenschen ein 'praktisches' Feature sein, für uns Kutscher wahrwscheinlich eher unwichtig. Ich denke, wir merken auch ohne so ein Blinkeding, daß wir mal eine kleine Pause benötigen! Sollten wir wenigstens!

Wie immer ziemlich lebensgefährlich, wenn auch nicht daimler-typisch, ist die Tatsache, daß man sich immer, wenn man etwas genauere Daten haben möchte, wie z.B. den derzeitigen Verbrauch, erst durch ein ganzes Menu auf dem Bordcomputer hangeln muß! Selbst für so lächerliche Sachen wie das Taxischild an- oder ausschalten! Das hat sich zum 211er leider nicht geändert!

Ebenfalls unverändert ist die Anordnung der Schalthebel links am Lenkrad. Dort befinden sich zwei Hebel (Blinker / Scheibenwischer und dann noch der Tempomat. Während rechts mal wieder gähnende Leere herrscht, wo man doch gut noch einen Hebel hätte unterbringen können! Anstelle, daß man zwei Hebel anbringt, mit denen man diese wichtigen Dinge, ohne die Hand vom Lenkrad zu nehmen, bedienen könnte (jede andere Automarke kann das, nur Daimler nicht!?).
Der Verkäufer begründete später dieses eindeutige Manko damit, daß die eingefleischten Marcedes-Käufer dadurch immer das Gefühl haben, daß Auto sofort bedienen zu können, auch wenn sie von einem 124er in den W212er umsteigen. Nach dem Motto: 'Ist ja alles so vertraut hier!'
Ob das damit auch besser wird, sei mal dahingestellt! Man sollte auch bei Daimler Dinge verbessern, wenn man feststellen muß, daß etwas ergonomisch nicht besonders gut durchdacht ist! Es wird nicht dadurch besser, wenn man diese Konstruktion über Jahrzehnte beibehält!

Die Mittelkonsole enthält die heute üblichen Geräte, wie Radio, CD-Player und - wahlweise - ein Navi. Dazu natürlich eine Klima-Automatik und die anderen Schalter! Das Alles macht einen aufgeräumten und ordentlichen Eindruck.

Aber das Handschuhfach! Ja das Handschuhfach!
Wie sagt mein Mittester: "Das Handschuhfach erfüllt seine Aufgabe, es passen nur EIN Paar Handschuhe rein; schade."

Wenn man bedenkt, daß einige Zentralen dieses 'Fach' auch noch mit Teilen des Funkgerätes oder des Quittungs-Druckers füllen, bleibt dort wirklich absolut kein Platz mehr übrig! Selbst für die Autopapiere müßte man da schon ein Plätzchen suchen! Geschweige denn für Quittungsblöcke etc.pp.

Und auch der Kasten in der Armlehne hat sich drastisch verkleinert! Da paßt ja nun, im Vergleich zum 211er gar nichts mehr rein! Nun ja. Man braucht als Kutscher ja auch keinerlei Ablagen! Wozu?

Richtig übel aber wird es mit den Spiegeln! Alle drei kann man getrost in die berüchtigte Tonne drücken!
Der Mittelspiegel, der extrem dick geraten ist durch das integrierte Taxameter von Hale, läßt sich nicht ordentlich nach unten stellen, wenn man etwas kürzer geraten ist. Da muß man ihn schon SCHRÄG drehen, damit man durch die Heckscheibe sehen kann!
Und die beiden Außenspiegel? Absolut grottig!
Dank des 'schicken' schräg nach unten hängenden Stylings (Tränensäcke), deckt auch bei einem normal gewachsenen Kutscher (Fahrer) die untere Seitenfenster-Kante einen ziemlich großen Teil des rechten Spiegels ab!? Ein ähnliches Problem hatten wir auch schon beim 211er der ersten Serie mit dem rechten Spiegel!
Und beim linken Spiegel, wenn man ihn wegen des toten Winkels relativ weit rausgedreht hat, deckt die eigene Spiegelfassung einen verdammt großen Teil des Bildes ab!
Mein Mittester: "Die Spiegel erfüllen keinen Zweck, bei solch kleinen und nicht optimal einstellbaren Teilen wäre man mit drei Videokameras besser gefahren."

Haben die Konstrukteure dort eigentlich keine Augen, um dieses Problem zu erkennen?
Immerhin ließe sich das Ganze leicht durch eine etwas andere Form der Spiegel lösen!

Manchmal frage ich mich, warum sich die Konstrukteure bei Mercedes nicht einfach in ihr eigenes Auto setzen und sich mal umsehen?! Immerhin erheben sie ja den Anspruch, die weltbesten Auto-Konstrukteure zu sein!
Bezüglich des Innenspiegels mit Uhr berichtete uns der Verkäufer, daß Hale im nächsten Jahr ein neues Modell auf den Markt bringen würde, das erheblich dünner sein soll. Das tröstet aber über das derzeitige Problem nur sehr bedingt hinweg!

Nun aber kommen wir zum Fond. Dem Raum, wo die meisten unserer Gäste Platz nehmen.
Dazu mein Mittester Kai: " Die Fahrgäste kommen zwar ohne Hut, aber blessurenfrei rein und raus, dank der geänderten Dachkante."
Da muß ich ihm umgehend Recht geben! HIER haben die Erbauer etwas dazugelernt! Die Türenkante oben ist etwas verlängert worden, so daß die Passagiere jetzt besser einsteigen können, ohne sich den Kopf zu stoßen. Ein wirklich echter Fortschritt!
Und auch der allgemeine Fußraum hat sich wieder deutlich verbessert! War der Unterschied vom 210er zum 211er dramatisch in Bezug auf schwindenden Platz, so ist man jetzt wieder halbwegs auf 210er-Niveau! Das wurde auch wirklich Zeit, daß man das Problem erkannt hat!

Ein kleines Gimmik, das aber des Nachts recht hilfreich sein könnte, ist die Fußraumbeleuchtung hinten!
Kai: "Das Highlight für die Nachtschicht, Füßesortieren und Kleingeldfinden ist einfacher, da der Fußraum hell erleuchtet ist."

Betrachten müssen wir noch die integrierten Kindersitze, die in hervorragender Qualität vorhanden sind. Dazu gibt es noch einen Schulterbügel, den man kleineren Kindern umlegen kann! Eine wirklich gute Sache!
Die Lage des Gurtes für dem Mittelplatz hinten hat sich aber leider nicht verbessert und stößt den links hinten sitzenden Gästen immer noch in die Seite.

Nun aber steigen wir mal wieder aus und wenden uns einem der neuralgischsten Punkte eines jeden Mercedesses seit den 123ern zu: Dem Kofferraum!
Dieser hat schon immer massenweise Kritik ausgelöst, denn man hatte stehts den Eindruck, daß die Konstrukteure noch niemals zwei große und schwere Koffer in diesen Wagen gehoben haben! Für den Normal-Fahrer mag das ein selten vorkommendes Problem sein, für uns Kutscher aber ein tägliches Brot!
Und? Wie sieht es heute aus? Hat sich da was getan? Man darf diese Frage mit 'Ja' beantworten, aber leider nicht immer positiv!
Die Größe des Kofferraumes selber hat sich inzwischen über die Jahre deutlich verbessert, aber die Konstruktion desselben leider nicht!

 

Schon seit vielen Jahrzehnten ist die Kofferraumklappe mit zwei starren Bügeln befestigt, die rechts und links zusammen mit ihrer Verkleidung sehr viel Platz kosteten. In der neuen Serie hat man jetzt diese Bügel ihrer Verkleidung entledigt. Das bringt zwar optisch etwas mehr an Platz, hat aber den gravierenden Nachteil, daß die Bügel, bei etwas größerem Gepäck und nachlässigem Stauen, auf die Ladung stoßen und damit das Schließen der Klappe verhindern!

Außerdem steigt die Ladefläche im hinteren Drittel recht stark an (?), was das Beladen mit großen Stücken auch nicht gerade erleichtert!
Aber immerhin kann man, wie beim 211er, die Rücklehnen der hinteren Sitze nach vorne legen, und so einen ziemlich großen Platz bekommen, wenn man nur einen oder zwei Gäste transportiert! Auch ein Loch für Skier gibt es, was man als Kutscher allerdings wohl eher selten benutzen wird.
Unter der Bodenabdeckung findet man, eine Rarität dieser Tage, noch ein richtiges Ersatzrad! Gab es früher aber auch schon bei der E-Klasse, im Gegensatz zur A oder B-Klasse!
Ob der Griff dieser Abdeckung auch so schwächlich ist, wie beim 211er ließ sich bei diesem Test nicht feststellen, aber viel besser als bei der Vorserie sah er eigentlich nicht aus.
Dafür hat man aber einen neuen Befestigungshaken angebracht, der der Sicherung von Gepäckstücken dienlich sein könnte. Das könnte sich gelegentlich als praktisch erweisen.

Nun begeben wir uns noch einmal nach vorne, wo uns ein Anblick des Triebwerks erwartet. In diesem Falle ein 2,2 l Diesel Blue Efficiency mit 170 PS (125 kW) mit 2.143 ccm und 4 Zylindern.
Der Blick in den Motorraum sieht aufgeräumt aus. Ähnlich wie bei allen anderen Wagen der heutigen Generationen.

 

Allerdings ist ein Ganz-Schlauer auf die glorreiche Idee gekommen, den Ölkontrollstab nach ganz hinten zu verlegen, so daß ein etwas kleinerer Mensch zwecks Kontrolle des Ölstandes sich praktisch auf den Motor legen muß, um dort anzukommen! Auch da muß man sich natürlich fragen dürfen, wer denn auf diese grandiose Idee verfallen ist!

Die Batterie liegt nun vorne im Motorraum, im Gegensatz zu den älteren Modellen Und auch die Nupsies der Pole liegen gut erreichbar, falls man mal überbrücken möchte oder muß!
Und eines darf man sofort positiv bemerken: Man kann, dank eines kleinen konstruktiven Griffs (schräg gestellte Eingriffslöcher!) nun tatsächlich wieder die Birnen vorne selber wechseln, ohne den halben Motor auseinandernehmen oder sich verrenken zu müssen! DAS, ihr lieben Mercedes-Ingenieure, ist fast die beste Neuerung an diesem Wagen! Geradezu eine kleine Sensation.

 

Leicht mißgestimmt ist man allerdings, wenn man den Motorbereich verläßt und sich den Tankdeckel betrachtet. An sich hat sich rein optisch nichts verändert, öffnet man diesen aber, so darf und muß man feststellen, und nicht unbedingt erfreut, daß dieser jetzt aus billigstem hauchdünnem Plastik gearbeitet ist, ebenso wie die lächerliche Öse, durch die der Verschlußbolzen läuft!
Der Tankdeckel selber ist zwar stabil aber nicht abschließbar!
Ein 1-Euro-Schraubenzieher würde völlig reichen, um mit einem lächerlichen 'Knack' den Deckel aufzubrechen und dann an den immer teureren Sprit zu kommen!
DA hat auch mal wieder jemand am völlig falschen Teil gespart DAS, ihr Lieben von Daimler sollte UNBEDINGT wieder geändert werden, denn dieser Schwachpunkt in der Fahrzeugsicherheit wird sich superschnell herumsprechen!

Und nun kommen wir noch zu dem fast wichtigsten Teil des Testes: Dem Verbrauch!
Und hier, das haben wir beide zugegeben, hat sich wirklich was getan vom 211er zum 212er! Die Verbräuche, die von uns mit Hilfe des Bordcomputers gemessen wurden, konnten sich wirklich sehen lassen!

Hier die gemessenen Daten:

Autobahn bei 100 km/h: 7,2 l
bei 130 km/h: 8,0 l
bei 150 km/h: 9,0 l

Landstraße bei 75 km/h mit Tempomat: 5,0 l
bei 45 km/h ohne Tempomat: 6,6 l
Durchschnitt: 6,1 l

Stadtverkehr bei 25 km/h: 7,8 l
bei 32 km/h: 8,0 l

Insgesammt lag der tatsächliche Durchschnitts-Verbrauch während des Testes bei 8 Litern, was etwa 3 bis 4 Litern weniger entsprechen dürfte wie beim 211er!

Und zum Schluß noch etwas zum Fahrverhalten: Das hat sich, dank ESP und Co. inzwischen doch dramatisch verbessert, wenn man sich mal an die nervenzerrüttenden Heckschleudern von früher (bis zum W 210er) zurückerinnert! Auf Glatteis waren alle diese Fahrzeuge Alpträume! Aber das ist nun vorbei. Selbst in recht engen Kurven reagiert der Wagen friedlich und ohne auszubrechen. Wir hatten während dieses Tests aber auch keine extremen Wetterbedingungen, die den Wagen bis an seine Grenzen brachten. Aber schon beim W 211er kann man ein ordentliches Verhalten beobachten, das sicherlich nicht schlechter geworden ist. Allerdings sollte dieses auch unter den Bedingungen heutzutage gut sein, wenn z.B. das ESP ausfallen sollte! Ob dem so ist, kann ich aber nicht sagen, denn dieses Experiment ergab sich für uns 'leider' nicht.

 

Fazit des Tests: Natürlich ist der Wagen noch mit allen möglichen mercedes-typischen Gimmicks ausgestattet, die ich hier aber nicht betrachten möchte, da sie in Wagen dieser Preisklasse inzwischen 'normal' sind. Hier sollten nur und ausschließlich die Aspekte des Taxi-Geschäftes behandelt und kritisiert werden.

Alles in Allem war es schon ganz schön, diesen Wagen zu fahren, aber er hat eben immer noch viele Fehlkonstruktionen und Schwachstellen, die immer und immer wieder durch die Generationen der Mercedes-Typen weitervererbt werden! Da sollte endlich mal ein Umdenken stattfinden!

Außerdem sollte man sich als potentieller Interessent für diesen Wagen vergegenwertigen, daß der Wertverlust innerhalb des ersten Betriebsjahres immens ist! Man sollte sich, um eventeulle Verbesserungen abzuwarten, erst dann für dieses Fahrzeug entscheiden, wenn das erste 'Facelifting' der Modellreihe geschehen ist. Und auch einen 'Jahreswagen' ins Auge fassen!

Noch zwei Zahlen zur weiteren Information:

Laut Kraftfahrzeug Bundesamt liegt Daimler bei Taxen-Neuzulassungen derzeit bei etwa 72%.
Und Mercedes selber gibt bei Taxi-Käufen dieser Marke und den Typen E-Klasse und B-Klasse ein Verhältnis von 75 zu 25 % an !


 

Autotest: VOLKSWAGEN TOURAN als Taxe:

Gerade (vom 4. bis zum 6.Januar 2009) hatte ich die Gelegenheit, endlich mal über drei Tagschichten einen zur Taxe umgerüsteten Touran zu fahren. Und meinen Erfahrungsbericht möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten.

Hier zunächst einmal der Wagen selbst:

Dazu einen kurzen Auszug aus der Zulassung:

Erstzulassung: 12.10.2007 (also schon der Touran mit dem Facelift).
Zugelassen für 8 (?) Fahrgäste (eher bemerkenswert, da dieser Wagen nur 7 Sitze hat) im Taxenbetrieb als 'Mehrzweckfahrzeug'.
Dieselmotor
1968 ccm Motorvolumen
103 KW (etwa 140 PS) bei 4.000 Umdrehungen pro Minute.
Euro 4-Norm bei einem CO2-Ausstoß von 177g / km! (Aber wer glaubt denn schon den Angaben der Hersteller?)

Dazu kommt eine Komplett-Ausstattung: Alle Sitze in ECHTEM Leder! Vom Navi bis zur Klima-Anlage, ALLES drin!
In der 3.Reihe zwei weitere ais dem Boden klappbare Sitze, die diesem Taxi die offizielle 'Berechtigung' geben, sich GROSSRAUMTAXI zu nennen und damit, wenn er über 4 Personen transportiert, auch 4 Euro Aufschlag nehmen zu dürfen. Der amtliche Hinweis darauf befand sich zwar diskret hinter der rechten Sonnenblende, war aber immerhin vorhanden.

Hier erst einmal ein paar Innenansichten des Wagens:

Da wir gerade eine etwas härtere Frostperiode haben, war es natürlich äußerst angenehm, die Sitzheizung auf volle Pulle zu stellen, und sich so den Hintern und den Rücken angenehm durchwärmen zu lassen. Auch eine Kundin äußerte sich umgehen positiv über diese Ausstattung. Trinkgeld gab sie deswegen allerdings nicht mehr!?
Auch das Leder der Sitze fühlte sich sehr schön an. Echtes Ambiente eben! Mit dem richtigen Touch von Luxus! War mein erster Wagen, der solche schicken Sitze hatte!
Aber schon meine zweite Funktour bescherte mir eine Kundin mit zwei kleinen Töchtern, die auch prompt mit ihren Matschfüßchen über die Sitze krabbelten, was ziemliche Flecken hinterließ, die ich dann, nach Abschluß der Fahrt, mühsam wieder entfernen mußte.
Ledersitze sind zwar schön anzusehen und angenehm im Gefühl, aber für einen Taxenbetrieb völlig ungeeignet, wenn man mich fragt! Zumal diese ja sicherlich auch eine schöne Stange Geld extra kosten!

Und auch die 3.Sitzreihe muß man kommentieren, denn hier handelt es sich, nicht mehr oder weniger, um NOTSITZE! Nur jüngeren sportiven Gästen oder Kleinkindern ist es zuzumuten, dort Platz zu nehmen. Für ältere Mitmenschen ist es völlig unmöglich, dort auch nur halbwegs rein- geschweige denn wieder herauszukommen! Und Gepäck ist dann ebenfalls nicht mehr zu befördern, außer einem Handtäschchen vielleicht, das man der Kundin im Zweifelsfalle auf dem Schoß plazieren kann. Mit GROSSRAUM ist das also nun wirklich nichts!

Und dann die Power des Motörchens! 140 PS! In so einer kleinen Kutsche! Da fühlt man sich ja fast schon wie in einem Golf GTI! Wenn auch in Hellelfenbein! Irgendwie peinliche Farbe für so einen Schlitten! Und die Kiste ging wirklich ab, wie Meiers Lumpi! Obwohl ich eigentlich nicht gerade zu denen gehöre, die das Durchtreten des Gaspedals für gute Fahrweise halten, war es schon erbaulich, wie zügig man an einer Ampel so loskam! Aber natürlich frage ich mich, wozu man - als Taxe - so viel Kraft im Motor braucht, die ja auch erheblich in der Anschaffung und im Verbrauch zusätzlich kostet? Dafür fand ich eigentlich nur die Erklärung, daß eben viele Fahrer ihr Mini-Schumacher-Dasein gerne mit so einem Wagen fristen, hinterher aber über die hohen Kosten jammern! Der Durchschnitts-Touran als Taxe hat etwa 1.900 ccm, was natürlich völlig ausreichend ist und Geld und CO2 spart!

Und dann der Sound aus der Stereo-Anlage, die für mich besonders wichtig ist, da ich viel Radio und Musik höre. Der war schon überzeugend. Weniger allerdings die Tatsache, daß die Steckdose, über die ich nun mal meinen IPod samt seinem kleinen Sender anschließen muß, jedesmal, wenn man den Wagen ausschaltete, auch seinen Saft aufgab, so daß man das Auto IMMER in gezündetem Modus am Stand stehen lassen mußte, um seine Sachen zu hören!
DAS sollte noch dringend von VW geändert werden! Eine Steckdose gehört unter eine STÄNDIGE Stromversorgung!
Dazu kam dann noch, daß die Steckdose auch noch sehr schwergängig war. Als ich den Adapter des Navis des Nachtfahrers auf diesem Wagen schlicht herausziehen wollte, hatte ich die gesamte Verkleidung mit Taxi-Uhr usw. in der Hand!? Gut, man konnte das Teil einfach wieder zurück an seinen Platz befördern, aber etwas stabiler hätte man bei VW diese Fläche schon verankern können!

Wo wir denn gerade bei der Stabilität sind: Hinten im Kofferraum, oder was von dem Teil übrig geblieben ist, wenn man die Notsitze rausklappt, gibt es eine Klappe, unter der sich z.B. die Putzmittel befinden.
Mein Nachfahrer warnte mich gleich, doch bitte dieses Teil möglichst vorsichtig hochzuklappen, da dieses leicht kaputt ginge!? Nun, ich wollte ein Fläschchen Öl herausholen, versuchte es auch GAAAANZ vorsichtig und hatte prompt die Klappe in der Hand! Hauchdünnes billigstes Plastik bei den Halterungen! Es ließ sich zwar wieder in seinen Platz drücken, aber lange, das darf man annehmen, wird dieses Teil nicht halten!
Auch DA sollte VW mal ein wenig nacharbeiten, denn derart billig, daß man solche Schwächen in Kauf nehmen kann und muß, ist dieser Wagen ja nun auch nicht!

Kommen wir noch einmal zurück zum NORMALEN Taxenbetrieb, denn dafür wurde dieser Wagen ja gekauft, und VW macht großartig Werbung in dieser Richtung:
Die Einstiege sind, für die 'normalen' Sitzreihen problemlos und bequem, zumal hier für viele ältere Fahrgäste ja die etwas höhere Sitzanordnung positiv zur Geltung kommt. Beim Aussteigen aber zeigt sich der breite Schweller als ernstzunehmendes Hindernis. Ich selber bin nicht sonderlich gut zu Fuß und durfte gerade diesen erheblichen Nachteil ungerne zur Kenntnis nehmen. Und auch bei den Gästen gab es diesbezüglich ein paar Probleme!

Extrem verbesserungswürdig erscheinen mir auch die Armaturen. Gut, wenn man das Taxi-Funk-Display auf der linken Seite des Lenkrades anbringt, wo es eigentlich nur für LINKSHÄNDER gut zu bedienen ist, hat das natürlich mit dem Wagen selber nichts zu tun. Aber das Armaturenbrett läßt schon sehr zu wünschen übrig! Der Tacho ist derart kleinteilig beschriftet, daß man seine aktuelle Geschwindigkeit nur unter großen Mühen ablesen kann! Richtig übel wird das dann, wenn sich Dunkelheit über das Land legt! Da sind alle Instrumente entweder in leuchtendem Rot oder schwächelndem Dunkel-Blau 'erhellt'!
Jeder Biologe weiß, daß gerade diese beiden Frequenzen für das Auge nur sehr schwer zu erfassen sind! Man muß schon EXTREM genau hinsehen, um die Werte ablesen zu können! Das ist jedenfalls der Sicherheit nur bedingt zuträglich!
Da sollten sich die Konstrukteure von VW mal beim Opel oder auch Mercedes ein paar Scheiben von abschneiden! Gerade bei Opel wußte man schon vor Jahrzehnten, wie man ein gutes Armaturenbrett baut! Da muß Volkswagen unbedingt noch ein bißchen dran arbeiten!

 

Daß man viele der taxitechnischen Geräte im Handschuhfach unterbringen kann, ist zwar zunächst von Vorteil, da man nicht so viel auf dem Bord vorne stehen hat, aber dafür gehen die möglichen Ablageflächen gegen Null! Die Mittelkonsole ist als eine solche nur bedingt zu verwenden, da sie extrem klein ist, und die Fächer oben über dem Fahrer? Nun, über diese schweigt man besser! Aber es gibt da noch ein Fach über der Stereoanlage. Das ist wenigstens noch einigermaßen gut verwendbar.

Und dann ergaben sich noch beim Motor ein paar Probleme: Das Öllämpchen leuchtete auf. Ich öffnete also die Motorhaube und zog den Peilstab, der aber, da in SCHWARZ, praktisch nicht abzulesen war! Sehr praktisch! Und dann wollte ich den Öl-Nupsi aufdrehen, was mir aber absolut nicht möglich war! Ein Manko, das auch schon andernorts aufgefallen zu sein schien, wie ich einem Taxi-Forum entnahm.
Ergonomie scheint bei Volkswagen also auch noch nicht so wirklich angekommen zu sein!

Fazit:
Die normale Standard-Version des Tourans als Taxi kann man, bei einem Taxenpreis von etwa 19.000 Euro durchaus empfehlen, aber bei dieser Luxus-Variante muß man sich fragen, ob das im normalen Taxenbetrieb sinnvoll ist. Immerhin dürfte dieser Wagen mindestens 25.000 gekostet haben! Als Großraum dürfte dieser Wagen schon aus Sicherheitsgründen, überhaupt nicht zugelassen werden!
Der Touran ist sicherlich eine gute Alternative zu der B-Klasse von Mercedes, aber dann eben nur in der abgespeckten Version, auch, wenn es für den Fahrer recht angenehm ist, in diesem Wagen herumzufahren!
Aber es handelt sich bei diesem Fahrzeug ja nicht um einen Wagen, den man aus Spaß und Dollerei kauf und fährt, sondern um ein Arbeitsmittel!



Autotest: OPEL VIVARO ‚Tour'

Test vom 12.Dezember 2005

Das Bild stammt aus einem Katalog, den Opel am Flughafen Hamburg verteilte.

Vor ein paar Tagen machte Opel Dello vom Nedderfeld in Hamburg auf dem Taxenspeicher am Flughafen Werbung für Taxis dieser Marke, die ja bisher - leider darf ich dazu mal sagen - eine eher drittrangige Rolle spielt. Der ausgestellte Vectra Caravan war ja nun wirklich ein Traum und braucht sich keinesfalls hinter den Autos mit dem Stern zu verstecken!
Mercedes hat zwar bei den Neuzulassungen eindeutig seine Marktführerschaft mit guten Gründen endlich eingebüßt, aber der Löwenanteil der ‚neuen' Fahrzeuge liegt eindeutig bei VW, und dort beim Touran als 7-Sitzer.

Obwohl die Wagen der Marke Opel anerkannterweise qualitativ mit jedem anderen Hersteller locker mithalten können und schon immer konnten (Ich selbst habe viele Jahre einen Opel Omega A Caravan mit einem 2.0i-Motor als Taxe und privat einen Corsa B Fünf-Türer gefahren und war sehr zufrieden mit diesen Fahrzeugen), und sie auch im Preis relativ weit unten antreten, wenn man die Ausstattung betrachtet, so hatte man es dort bisher schwer, sich auf dem Taxenmarkt zu etablieren.
Allerdings muß man gestehen, dass man es dort auch mit Werbung in Sachen Taxis bisher nicht so wirklich ernst genommen hat.
Dabei ist gerade Opel schon seit langem der Vorreiter bei Mini-Vans (Zafira) und Umweltantrieben etc.


Da ich schon immer der Meinung war und bin, dass die Zukunft des Taxen-Geschäftes im Bereich der echten Großraumfahrzeuge liegt (man entschließt sich sehr viel schneller zur Taxe, wenn man sich den Fahrpreis durch eine größere Gruppe teilen kann), meldete ich mich bei einer der jungen Damen für eine Probefahrt eines Vivaro (gleiche Klasse wie z.B. VW T-5, Mercedes Vito oder Ford Transit) an.
Schon wenige Tage später rief mich Herr Friedenberg vom Dello-Flottenzentrum (040-47122359) an und bot mir dieses Fahrzeug in der 7-Sitzer Luxus-Version ‚Tour' an, die mit einem 2,5 TDI-Motor (99 KW bei 3.500 U/min) ausgerüstet ist. Und was das beste war: Ich konnte ihn ganze 24 Stunden mitnehmen, was mir ausreichend Zeit bot, das Fahrzeug zu testen, wobei mir ein langjähriger Kumpel und meine Frau als Passagierin hilfreich in die Seite traten.
Dankend nahm ich an, denn gerade dieses Fahrzeug interessierte mich besonders.

Als Standart-Taxen-Version käme zwar sicherlich eher der 1,9 TDI infrage, da er preislich deutlich günstiger liegt als der 2,5er.
Und, je nach Geschmack und Nutzungsplan die 9-Sitzer-Variante, wo allerdings der Komfort etwas nachlässt. Trotzdem sitzt es sich auch dort mit Sicherheit erheblich besser, als in einer viel teureren E-Klasse von Mercedes.

Nun zum Test:

Fotos des Testfahrzeuges:

Schon beim Äußeren hebt sich dieses Fahrzeug, das auf gleicher Basis auch von Renault und Nissan gebaut wird, positiv aus der Masse der Autos hervor. Trotz seiner Größe (Länge: 4,8 m ; Breite: 1,9 m ; Höhe: 1,98 m (Flachdach, was besser ist, da in höheren Dachvarianten die Passagiere einen Tropfsteinhöhlen-Effekt (Hall) haben, was die Gemütlichkeit doch erheblich mindert!), wirkt er schnittig und sehr schick.

Auch die breiten Vordertüren fördern einen bequemen Einstieg, selbst für mich, der ja nicht gerade gut zu Fuß ist.
Die Seitenschiebetür entspricht dem Standart bei dieser Klasse.
Ohne Sonderstufe ist das Einsteigen allerdings für die etwas Unsportlicheren unter uns etwas mühselig. Allerdings gibt es, wie mir Herr Friedenberg versicherte, eine Sonderstufe, die unter dem Boden des Wagens befestigt wird. Dann dürfte das Besteigen des Wagens auch für ältere Herrschaften ohne Probleme zu bewältigen sein (Man denke da mal an den alten Vito, der eine Katastrophe war zum Einsteigen, da die Montage einer Zusatzstufe dort nicht möglich war).

Die riesige Heckklappe öffnet ihren Schlund zu einem Kofferraum, der für diese Klasse recht groß ist. Außerdem besitzt er eine stabile Abdeckung, die durchaus mehrere Koffer durchschnittlichen Gewichtes tragen kann. Die Klappe selbst bietet bei regnerischem Wetter einen guten Schutz, was bei längeren Ladevorgängen hilfreich ist.
Ich persönlich würde allerdings, auf Grund meiner langen Großraum-Erfahrung eine zweigeteilte Hecktür vorziehen, da das Gepäck während der Fahrt die Tendenz hat, sich gegen die Klappe zu drücken und dann, wenn man diese zu öffnen versucht, einem leicht mal entgegen kommen kann (Alles in der Praxis schon gehabt!).

Wenn man den Wagen nun besteigt, so fallen einem - in dieser Version - die superbequemen Sitze auf, die alle, selbstredend, mit Dreipunkt-Gurten ausgerüstet sind. Und sie halten auch wirklich das, was sie versprechen! Auf diesen Plätzen kann man es, sei es nun der Fahrer oder seine Passagiere, ohne Weiteres etliche Stunden drauf aushalten, ohne dass man sich das Rückgrat verbiegt.
Vor allem der serienmäßige normale Fahrersitz ist super-angenehm, gut verstellbar und wirbelsäulenschonend konstruiert, was man noch lange nicht von allen Standart-Sitzen behaupten kann. Man denke in diesem Falle mal an die serienmäßigen Daimler-Sitze!
Dazu kann man ihn stufenlos ganz nach hinten legen, so dass man ohne weiteres ein bequemes Nickerchen machen kann, zumal auch die Kopfstützen eine gute Kopflagerung dafür gewährleisten! Auch hier vergleiche man mal mit den extrem unbequemen Daimler-Stützen, bei denen man schon nach einem lockeren Viertelstündchen nicht mehr weiß, wo einem der Hals steht.

Mein Testfahrzeug besaß keine Automatik, sondern ein handgeschaltetes Sechs-Gang-Getriebe. Eine Art Tiptronic (wie sie auch Ford im Transit anbietet) soll noch folgen.
Allerdings braucht man bei diesem Wagen eigentlich keinerlei Automatik, da die Schaltung extrem angenehm geht. Und as, wo ich mit meinem steifen rechten Bein schon ein paar Probleme habe bei vielen Autos. Vor allem Transportern.
Kurze Schaltwege und ein kurzer Knüppel machen die Bedienung des Getriebes zur reinen Freude, zumal, in dieser Version, auch dann richtig was bei rauskommt.
Im Mischbetrieb liegt der Verbrauch (nach Werksangaben) bei ca. 7 Litern auf 100, was für einen Wagen dieser Größenordnung wirklich erstaunlich wenig ist. Und als ich den Wagen auftankte, kam diese Angabe auch in etwa dem realen Verbrauch nahe.

Die Tatsache, dass man als Fahrer eines solchen Wagens sich nicht nur mindestens genauso wohl am Steuer fühlt, als in einer Luxus-Limousine, sondern auch noch den herrlichen Überblick über die Welt genießt, macht das Fahren zu einem großen Vergnügen, dass auch durch all die bedienerfreundlichen Armaturen und Schalter bestens unterstützt wird.
In meinem Testwagen gab es eine Radio-CD-Navi-Kombination, die vom Lenkrad gesteuert werden konnte.
Der Sound war auch in der letzten Reihe noch sehr gut.

Ein vergnügliches Erlebnis hatten wir Testpersonen, als wir den Schalter für die Innenbeleuchtung suchten. Nirgens war etwas Ähnliches zu entdecken. Wir suchten uns blöd, bis mein Frauchen plötzlich aus Versehen auf das Glas der Leuchten drückte. Und siehe da: Der Schalter war dort integriert! Mußte einem ja gesagt werden! Aber wenn man das wusste, war es eigentlich eine praktische Lösung, da man sich im Dunkeln nicht totzusuchen brauchte.

Für die Passagiere gibt es den unschlagbaren Vorteil von Fahrzeugen dieser Klasse, und bei diesem ganz besonders, dass man auf allen Sitzen (auch in der 9er Version) endlos viel Platz für sich und seine Beine hat. Jede Menge Kniefreiheit ist garantiert, und man kann die Füße bis weit unter die Vordersitze stecken, was auch angenehm ist. Man denke da mal an die Knoten, die man sich hinten in der neuen Daimler E-Klasse machen muß, der locker das Doppelte kostet und weltweit als Luxus-Karosse gilt!
Nirgends sitz ein Gast so gemütlich, wie in einer Großraumtaxe!
Und die Erfahrung meinerseits zeigt, dass die Kunden das sehr schnell merken!
Selbst ältere Menschen fahren gerne mit diesen Wagen, weil sie vor allem leicht wieder aus ihnen herauskommen, wenn der Fahrer noch ein bisschen Händchen hält.

Was die Qualität und Verarbeitung anbelangt, so können diese Fahrzeuge locker mit erheblich teureren mithalten. In der Pannenstatistik und den Wiederverkaufswerten (Schwackeliste) liegen Opel-Fahrzeuge erheblich besser, als etwa Mercedes!
Lange Wartungsinterwalle von 30.000 km reduzieren die Kosten.
Dazu kann man z.B. die Stoßstangen auch unlackiert bekommen, was ja auch von großem Vorteil ist, da es ja nun mal im Betrieb immer mal wieder zu leichten Karambolagen kommt.
Außerdem sollen sie, nach Aussage meines Betreuers (ich muß ihm da mal glauben) so stabil konstruiert sein, dass sie einen kräftigeren Bumms aushalten können, ohne gleich vollständig zu Bruch zu gehen.
Und auch die Scheinwerfer sind nicht mehr aus Glas, sondern aus einem speziellen Hartplastik, das ebenfalls einiges ertragen können soll.

Das Beste an diesem herrlichen Wagen aber ist der Preis!
Opel bietet einen Verwehrter-Rabatt von 20% und die Mehrwertsteuer geht ja auch noch runter.
Dann kommt man bei einem Wagen wie meinem Testfahrzeug, der wirklich ein sehr luxuriöses Gefährt ist, auf einen Preis von etwas über 22.000 Euro!
Man vergleiche das mal mit einem gleich ausgestatteten VW T-5! Da würde man fast auf das Doppelte kommen.

Zur Taxenausstattung kommen dann noch die Farbe (hoffentlich nicht mehr hell-elfenbein!), Dachschild und Uhr dazu, wahlweise z.B. ein Spiegeltaxameter!
Hier vergleichen wir mal wieder mit einer E-Klasse, die in der absoluten Sonderaktion schon mindestens 30.000 Euro kostet mit sehr magerer Ausstattung.

Fazit dieses Kurztestes: Ich würde keinen Moment zögern, wenn es zu einer Neuanschaffung kommen sollte, diesen Wagen zu erstehen, wobei ich nur das Problem hätte, mich zwischen einer 7er oder einer 9er-Version zu entscheiden!

PS: Inzwischen, beim Stand vom Juni 2007, gibt es schon eine Neuauflage dieses Fahrzeuges, die sich aber nur unwesentlich von diesem Wagen hier unterscheidet.