Taxis in Turin (Torino), Italien 2010

 

Das Wochenende vom 13. bis 16. Mai 2010 verbrachten mein Frauchen und ich im schönen Turin, welches eine der größten Städte Italiens und bekannt dafür ist, daß dort nicht nur FIAT seine Autos produziert, sondern es auch noch eine überbordende Kunst von kreativen Leckereien aus Schoko usw. gibt!

Aber wegen dieser Dinge waren wir nicht dort, sondern wegen des Grabtuches, das Jesus zugeschrieben wird, und dem Ägyptischen Museum, das immerhin das ÄLTESTE MUSEUM seiner Art ist weltweit und die zweitgrößte Sammlung zum Thema besitzt nach dem in Kairo! 'Alle Wege nach Theben führen über Turin!' geht der Spruch der Ägyptologen, und ich muß ihnen Recht geben, denn die haben dort eine einfach wunderbare Sammlung!
Und auch das Grabtuch, das im Schnitt nur alle 25 Jahre kurzzeitig ausgestellt wird, war unbedingt sehenswert, selbst wenn man wie ich ein absoluter Heide ist!
Wenn man davor steht und es betrachtet, kann man sich eines Gefühls der Unsicherheit und Feierlichkeit nicht erwehren, zumal inzwischen relativ gut WISSENSCHAFTLICH bewiesen ist, daß es zumindest doch aus der Zeit Christi stammt. Und selbst die neuere Geschichte dieser Reliquie ist schon spannend genug, um einem einen leichten Schauer den Rücken runter laufen zu lassen! Und das Ambiente herum tat natürlich ein Übriges!

Da ich also nun mal in dieser Stadt weilte, habe ich selbstredend mein weiteres Augenmerk auf die Taxis dort gerichtet. Immerhin habe ich in dieser kurzen Zeit 6 mal Taxis genutzt und auch sonst meine Augen und die Kamera weit offen gehalten.
Und so kann ich wohl einen kleinen Überblick zu unserem Gewerbe in dieser Stadt geben.

Die erste Taxe, die wir nutzten, war vom Turiner Flughafen in die Innenstadt. Es gab zwar auch einen Bus, aber erstens wußten wir nicht genau, wie der fuhr und zweitens waren wir zu faul und wollten ins Hotel. Außerdem hatten wir Hunger, denn auf diesen Flügen gibt es ja nichts mehr zu essen! Es war ein FIAT, was ja nun wirklich paßte!

Gleich am Taxenstand fielen uns drei Dinge auf:
1) Alle Wagen waren relativ kleine Fahrzeuge.
2) Alle Wagen waren sehr neu und absolut blitzsauber innen und außen und
3) Man mag dort nicht, wenn man sich auf den Beifahrersitzen plazieren möchte!

Zu den einzelnen Punkten etwas detaillierter:

Zu 1) Etwa ein Drittel der Taxen kommen von FIAT (verständlich), und den Rest teilen sich alle möglichen Marken, aber auch dieses sind alles kleinere Fahrzeuge. Die größte Taxe, die ich sah, war ein Mercedes C-Klasse Kombi, mit dem ich auch gefahren bin.

Zu 2) Soweit es meine Kenntnisse von Automodellen betraf, so war eigentlich KEINE TAXE älter als etwa 3 Jahre. Ich habe absolut KEINEN OLDTIMER gesehen, wie er hier in Deutschland die Straßen bevölkert! Und nicht nur die Flughafen-Wagen waren sauber, sondern ABSOLUT ALLE! Obwohl das Wetter gar nicht so gut war.

Zu 3) Alle Beifahrersitze sind zunächst einmal so weit wie möglich nach vorne geschoben, die Lehnen senkrecht nach oben gestellt und mit allerlei Altagsbedarf der Kutscher beladen. Da liegen Handys, Jacken, Quittungsblöcke und andere Gerätschaften. Und man wird, wenn man vorne einsteigen möchte, freundlich aufgefordert, doch bitte hinten Platz zu nehmen!
Als ich die Fahrer aber auf meine Tentakel und die damit zusammenhängenden Sitzprobleme aufmerksam machte, haben sie ohne jedes Murren sofort die Sachen nach hinten gepackt und ich durfte vorne einsteigen

So wie die Qualität der Fahrzeuge, so waren auch ALLE Kutscher, mit denen wir gefahren sind, durchwegs sehr freundlich und hilfsbereit. Und es waren NUR native Italiener!? Auch an den Taxiständen sind uns keine Ausländer aufgefallen, jedenfalls nicht nach äußeren Kriterien! Der Anteil von ihnen scheint also zumindest in Turin im Taxi-Gewerbe eher gering zu sein.
Wie alle normalen Turiner Fahrer und Fahrerinnen nehmen auch die Taxifahrer sehr viel Rücksicht im Verkehr! Keine angebliche 'italienische Hektik' oder Rücksichtslosigkeit! Kein Gebrauch der Hupe, es sei denn, die Situation erfordert es nun wirklich!
Sprachlich kommt man mit ihnen einigermaßen zurecht mit dem Touri-Italienisch, aber einige der Fahrer konnten auch etwas Englisch.
Und als ich sie bat - ich sammle ja Taxi-Kugelschreiber - mir doch einen zu geben (ich hatte welche entdeckt), bekam ich selbstredend einen der beiden größten Zentralen: Radiotaxi Torino und Pronto Taxi. Mit der dritten (siehe Foto) bin ich leider nicht gefahren. Und der Fahrer von Pronto Taxi wühlte dann noch in seinem Wagen herum und fand noch einen Kugelschreiber einer Mailänder Taxizentralle! Nun ja, er hat dafür auch ein mehr als ordentliches Trinkgeld bekommen. Versteht sich!
Der Mailänder Kugelschreiber ist oben zu sehen.

Es gibt in Turin drei Funkzentralen, und so wie es den Anschein hatte, sind eigentlich ALLE Wagen einer von ihnen angeschlossen! Graupen (Wagen ohne Funk) scheint es in dieser Stadt nicht zu geben! Alle mit etwas altmodischem Sprechfunk, was aber nostalgische Gefühle in mir auslöste.

Und wenn man z.B. vom Hotel ein Taxi bestellen läßt, so tut man gut daran, umgehend vor die Tür zu gehen, da diese in weniger als 30 Sekunden vor der Tür stehen!

Woran wir uns ebenfalls ein großes Beispiel nehmen können, ist die Tatsache, daß die Taxis dort JEDE Bus- oder Straßenbahnspur nutzen können und es natürlich auch tun! Aber die Fahrer halten sich dann auch an die darauf geltenden Regeln, was ja bei uns leider nur sehr bedingt der Fall ist und dazu geführt hat, daß wir die wichtigsten nicht gebrauchen dürfen! So kommt man auch in der sehr engen Altstadt Turins flott voran. Einige der Spuren sind allerdings an den Außenseiten mit einem kleinen Höcker versehen, so daß ein beliebiges raus- und reinfahren kaum möglich ist. Eine Erfindung, die man hier auch mal einführen sollte!

Und auch bei den Tarifen könnten wir uns hier in Hamburg mal eine Scheibe von denen abschneiden!
Die Grundgebühr beläuft sich an normalen Tagen auf 3,50 Euro. An Sonn- und Feiertagen aber 5,-!
Und einen Nachtzuschlag von 2,50 Euro auf die Grundgebühr ist auch noch da! Die Jungs dort wissen, was Taxifahrer brauchen!
Und dann gibt es keine Karenzminute und jedes etwas größere Gepäckstück kostet 0,50 Euro extra! Die restlichen Gebühren halten sich im Rahmen, wie er auch bei uns in der Regel üblich ist.
Eine Fahrstrecke vom Flughafen in die Innenstadt beträgt 30,- Euro Festpreis plus die Aufschläge. Deshalb kommt man in aller Regel auf etwa 34,- Euro.
In der Innenstadt kostet eine Durchschnittsfahrt so etwa 7,- bis 10,- Euro.
Kurzstrecken sind vergleichsweise teuer, während längere Fahrten etwas günstiger liegen.

Die Fahrer haben normalerweise eine Konzession nur für die Stadt aber den Flughafen, der außerhalb liegt, dürfen sie auch anfahren und sich dort hinstellen, wobei allerdings die Wartezeiten dort doch recht erheblich sein können. Sonntags jedenfalls kann die schon mal durchaus 4 Stunden betragen.

 

Alles in allem kann, darf und möchte ich feststellen, daß unser Gewerbe in Turin gut aufgestellt und repräsentiert wird! Aber nicht nur das Gewerbe dort: Ganz Turin ist blitzsauber, der Straßenzustand hervorragend und die Verkehrsmittel sehr modern. Sogar schon jede Menge Wasserstoff-Busse sieht man, aber auch die allgemeinen Busse und die Straßenbahnen sind auf dem modernsten Stand!
Glückwunsch, Turin! Ich hoffe nur, daß ihr das Alles nicht nur wegen der Olympischen Spiele gemacht und euch unglaublich verschuldet habt, wie das bei Olympia-Städten so üblich ist!

Das nächste hat zwar nichts mit uns Taxifahrern zu tun, ist aber autohistorisch wahnsinnig spannend! Es gab auf einem kleinen Platz eine Werbeveranstaltung der Polizei, wo es einige traumhafte Exemplare der alten (so 1970 herum, die ich noch selbst gesehen habe) berühmt-berüchtigten POLIZIA STRADALE, die ich dem Leser nicht vorenthalten möchte.

Gestern:

 

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Arrivederci, Torino!

 


 

TAXIS IN VENEDIG, ITALIEN, 2015

 

So, nun komme ich endlich zu meinem Beitrag über die TAXIS IN VENEDIG. Bei einem kurzen Städtetrip im Mai 2015 dorthin habe ich natürlich auch ein Augenmerk auf unsere dortigen Kollegen geworfen. Wobei ich allerdings sagen muß, daß wir ein solches Fahrzeug nie genutzt haben, sondern uns doch lieber dem 'Öffentlichen Nahverkehr' anvertraut haben. Was allerdings hauptsächlich daran lag, daß Taxifahren in Venedig wirklich sehr teuer ist. Wohingegen die 'Busse' ziemlich preiswert sind.

Trotzdem war es natürlich spannend, sich mal ein wenig umzusehen, was denn dort los ist, zumal es wahrscheinlich die einzige Stadt Europas ist, wo unser Gewerbe sich ausschließlich auf dem Wasser abspielt. Und DAS seit ÜBER 1000 Jahren! Dazu muß ich erwähnen, daß es wohl keine weitere Stadt gibt, die einen Gelegenheitsverkehr derart lange nachweisen kann!

Warum sich dort der ÖPNV auf dem Wasser abspielt, sieht man aus der Lage dieser Stadt, die mitten im Wasser liegt. Es ist schon komisch, durch eine Stadt zu spazieren, die vollkommen autofrei ist! Und das JEDEN TAG!

Hier zunächst einmal ein Blick aus dem Flugzeug auf die Stadt. Der Flughafen liegt auf dem Festland und ist etwa 1 Stunde Bootfahrt von der Innenstadt entfernt. Links sieht man den Campanile, der den Markusplatz anzeigt. Von den vielen Canali ist auf diesem Bild nichts zu sehen.

Wenn man den Flugplatz verläßt, um an die Anlegestelle der 'Taxis' und 'Busse' zu gehen, muß man schon ein paar Meter wandern. Aber man kommt immerhin gleich mit den 'realen' Kollegen in Berührung, die draußen am Taxistand warten. Diese können einen allerdings, da sie nun mal nicht schwimmfähig sind, nur bis zum Kreuzfahrtterminal, den Bahnhof oder zur Piazza de Roma bringen. Dort ist für sie Schicht im Schacht. Aber immerhin wird man gleich auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, daß man sie nutzen könne, und auch die Preise werden kundgetan.

OK, wenn man den Preis des 'Busses' für zwei Personen rechnet, dann wäre das Taxi nicht viel teurer gewesen, aber dieser brachte uns bis nahe ans kleine Hotel (etwa 500 m Fußweg), während man bei dem noch ein anderes Verkehrsmittel hätte nehmen müssen.

Aber eine Visitenkarte eines größeren Taxiunternehmens nahm ich mir natürlich trotzdem mit. Lesen können wir da auch, daß die Taxis in Venedig MOTOSCAFI genannt werden.

Hier erst mal der 'Taxistand' am Flughafen Venedig:

Schon auf der Fahrt nach 'Rialto', dort wo die berühmte Rialto-Brücke ist, sahen wir die ersten Venezianer Taxis in Aktion, die, wie auch sonst überall, einen ziemlichen Affenzahn vorlegten.

Die Boote haben kein Schild auf dem Dach, auf dem 'TAXI' steht, aber an der Seite einen deutlichen gelben Aufkleber mit der Konzessionsnummer und eine kleine gelbe Fahne vorne am Bug, der sie als zugelassenes offizielles TAXI Venedigs ausweist. Sogar behindertenfreundlich scheinen einige von ihnen zu sein, wobei ich mich natürlich frage, wie man einen richtigen Rollstuhl da hineinbekommt?

An den größeren Wasserwegen, wie zB dem 'Canale Grande', gibt es alle paar hundert Meter Taxistände, die auch gut als solche gekennzeichnet sind. An ihnen sind auch deutlich lesbare Hinweise angebracht, was die Nutzung der Taxen den unwissenden Touri kosten würde. Ob das dann auch immer so ist, lassen wir dahingestellt. Aber ich werde darüber später noch ein Wort verlieren.

Hier erst einmal ein paar Bilder normaler 'Taxistände':

Besonders gut ausgerüstet ist der Stand direkt am Markusplatz, denn der wird natürlich von den Touristen am meisten genutzt. Dort gibt es nicht nur eine Hütte mit einem Einweiser, sondern auch sehr detailierte Hinweise, was die Nutzung eines solchen Fahrzeuges kostet. Er könnte allerdings mal einen Eimer Farbe gebrauchen, denn schließlich ist das DER Taxistand in Venedig!

Und die Taxis warten da natürlich schon.

Hier nun der deutlich angebrachte Hinweis auf die Fahrpreise:

(Um diesen Hinweis besser lesen zu können, müßt ihr auf dieses Bildchen klicken!)

Einer der dort wartenden Kollegen erlaubte mir, ein paar Details seines Taxis zu fotografieren. Die haben durchaus ein Taxameter an Bord, dazu GPS-System und Datenfunk für die Bestellungen.

Über diesen Link sehen wir eine der größten venezianischen Taxi-Unternehmen, die damit Werbung machen, daß man nur wenige Minuten warten muß, um an sein 'Taxi' zu kommen.

Aber, wie überall im Taxigewerbe weltweit, gibt es offenbar auch etliche Schwarze Schafe, die versuchen, vor allem die Touristen über's Ohr zu hauen. Schon 2001 gab es im SPIEGEL dazu einen netten Artikel, den ich hier gerne mal der geneigten Leserschaft anzeigen möchte.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/hallo-taxi-venedig-gehen-sie-doch-zu-fuss-a-145319.html

 

Und nun folgen noch ein paar Fotos unserer Kollegen im Einsatz. Sie sind überall, was aber in einer Stadt, in der es keine Autos gibt, nicht überrascht. Allerdings stellen sie für das Vaporetto, den städtischen 'Bus', kaum eine Konkurrenz dar, denn die sind preiswert und fahren nahezu überall hin.

 

Und sogar als Souvenir gibt es sie zu kaufen, wenn auch nicht vergleichbar zu New York oder Venedig: Und ganz traditionell AUS GLAS!

Auf der Insel Murano sehen die Lizenssymbole etwas anders aus:

 

 

Aber wie sieht es mit der Geschichte der venezianischen Taxis aus?

Bisher haben wir nur die moderne Form des 'Taxis' betrachtet, aber eigentlich viel bekannter ist die traditionelle Art, Personen durch die Canali zu transportieren: Die GONDELN!

Sie sind tatsächlich überall. Vor Allem aber dort, wo man viele kaufkräftige Touristen vermutet, wie auf diesen Bildern am Canale Grande bei der Rialto-Brücke. Sie haben aber heutzutage eine andere Funktion, als früher, denn das eigentliche Transportgeschäft haben die Motortaxen übernommen, wie wir oben gesehen haben. Die Gondeln eignen sich eben nicht für den eiligen Geschäftsmann, sondern eher für das romantisch gestimmte Liebespärchen oder die asiatischen Touristen. Ich bin natürlich nicht mit einer gefahren, weil es uns schlicht zu teuer war.

Zunächst werfen wir einmal einen Blick in die WIKIPEDIA, wo uns gut erklärt wird, um was für einen Bootstyp es sich handelt, woher der Name kommt und wie alt das Gewerbe der GONDOLIERI schon ist.

Bis heute sind die Gondolieri in einer Art Zunft organisiert. Die Zahl beschränkt sich auf etwa 500 Männer (ja, das ist immer noch eine reine Männerveranstaltung), und da rein zu kommen, ist äußerst schwierig. Eigentlich nur, wenn der Platz vom Vater an den Sohn vererbt wird.

Derzeit besteht diese Zunft aus 425 Gondolieri und 175 Ersatzleuten. Wobei es im 16. Jhd. immerhin fast 10.000 waren.

Zunächst einmal ein paar Seiten, die dem Touristen erklären, was man so beachten und auf welche Preise man sich einstellen sollte. Da kann es schon mal, wie bei UBER, zu einer Art Surge-Pricing kommen. Jedenfalls, wenn man einige Umstände, wie zB Ort, Zeitpunkt oder Bestellart nicht berücksichtigt:

http://www.my-entdecker.de/2014/06/25/romantik-pur-gondelfahrt-in-venedig/

http://www.sueddeutsche.de/reise/touristenfalle-in-venedig-euro-fuer-eine-gondelfahrt-1.1353331

Und manchmal kann die Nutzung eines solchen Bootes auch tödlich enden, denn der Verkehr auf den Canali hat inzwischen Zustände erreicht, wie wir sie sonst nur von verstopften Straßen der Großstädte her kennen:

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.muenchner-professor-stirbt-in-venedig-chef-der-gondolieri-gewerkschaft-das-war-ein-tod-mit-ansage.8ef54f27-5f6a-4cd2-a00e-3e014aa98279.html

Bemerkenswert ist der Ausschnitt aus einem Reisebericht des Engländers Thomas Coryate aus dem Jahr 1608, der in meiner Privat-Bibliothek steht. Dieser Mann reiste den Rhein hinunter und landete irgendwann auch in Venedig, wo er, der Natur der Stadt geschuldet, natürlich auch Gondeln nehmen mußte, da es sonst ja keine Transportmöglichkeiten gab.

Seine Erlebnisse decken sich mit denen moderner Touristen, die diese Boote heute genutzt haben. Überteuert und Umwege! Falsche Fahrziele etc.pp. Manchmal ist es schon erstaunlich, daß sich im Taxengewerbe offenbar auch über die Jahrhunderte nichts geändert zu haben scheint.

Dazu betrachten wir uns noch ein zwei Bilder, die uns diese Boote zeigen, wie sie vor einigen Jahrhunderten und Anfang des 20. Jhds. die Canali bevölkerten:

Da sich auch immer mehr reiche Privatleute eigene Gondeln hielten und man versuchte, sich gegenseitig mit dem Prunk dieser Schiffchen zu übertreffen, erließ der Senat 1562 eine Verordnung, die vorschrieb, daß ALLE Gondeln nur noch einheitlich schwarz sein dürften.

Eine wunderschöne uralte Gondel kann man heute noch im Dogenpalast betrachten.

Der Bug, der aus Eisen besteht, symbolisiert zunächst oben die Dogenhaube. Die sechs Balken meinen die 6 Teile Venedigs, die Sestieri, wobei der große Balken oben ebenfalls den Canale Grande symbolisiert.

Die jetzt ruhenden Gondeln am Markusplatz zur 'Blauen Stunde'.

Und hier zwei Bilder eines Gondoliere, wobei eines davon eine Katze darstellt, die überall in der Stadt ein Maskottchenl ist.

Und nun noch ein paar Fotos ganz allgemein zum Thema der Gondeln:

Und auch als Souveniers sind Gondeln natürlich überall zu finden. Allerdings meist in extrem billigem China-Müll, wenn man von einigen absieht, die aus Muranoglas hergestellt sind.

Aber auch in den traditionellen Karnevals-Kostümen spiegelt sich dieses Wahrzeichen Venedigs wider:

Und dann muß noch angemerkt werden, daß sich dieses Boot in einer nahezu unendlichen Reihe Literatur wiederfindet und dazu spielt sie auch noch in vielen Filmen, wie zB im 'Tod in Venedig' nach einem Roman von Thomas Mann, aber auch im James-Bond-Film 'Moonraker' (1979) eine spektakuläre Rolle. Und diese 'Bondola' ist dann auch als Modell erhältlich und in meiner Taxi-Sammlung wiederzufinden.