Südstaaten USA 2013

Gleich, nachdem wir in Houston, Texas, angekommen waren, brauchten wir ein Taxi, um zu unserem Hotel zu kommen, das allerdings nahe des Flughafens lag, was die Begeisterung des Kutschers in Grenzen hielt. Aber gefahren ist er.

Aufgefallen ist sofort, daß es dort ein Häuschen gab, von dem aus die Taxitouren kontrolliert wurden.

 

Taxi-Distributeur am George-Bush-Airport, Houston:

Das Geschäft schien recht gut zu sein, da es keine wartenden Taxis gab. Aber es ging sehr schnell, da ständig Wagen anfuhren.

Hier ist das Cab, das uns dann zu unserem Hotel brachte.

Am nächsten Tag benötigten wir wieder einen Wagen, der uns zu unserem Miet-Camper bringen sollte. Die Tour war schon etwas besser. So um 25 US-Dollar.

Am Abend vorher, bei einem Rundgang um unser Hotel durfte ich gleich feststellen, daß auch das Mietwagengeschäft dort recht umfangreich zu sein scheint. Zunächst einmal hatten wir einen Flughafen-Shuttle da stehen und einen Lincoln Towncar, der offensichtlich die etwas luxuriösere Schiene bediente.

 

Kaum, daß wir unseren Camper abgeholt hatten, begannen wir natürlich auch Fotos der dortigen Taxenwelt zu machen. Dabei fiel gleich auf, daß der klassische Ford Crown Victoria (unten rechts) inzwischen nur noch eine Minderheit darstellt, die inzwischen weitestgehendst durch Vans ersetzt wurde, was natürlich auch viel praktischer ist. Das galt eigentlich für alle Staaten, die wir durchfuhren. Alle Fahrzeuge hatten übrigens keine Trennscheibe, wie man sie aus New York her kennt.

Farben- und Typenvielfalt in: Houston, Texas:

Und hier noch ein Cab, das am Space Center auf Kunden wartete:

Bei den Yellow Cabs gab es Werbung für ein Taxi-App!

Hier noch die offizielle Website von Yellow Cab in Houston:

http://www.yellowcabhouston.com/

und die Appsite:

http://hailacabapp.com/

Wie überall in den USA gelten die Yellow Cabs auch in diesen Staaten als die besten Taxis !

Und dann noch Kathy, die uns am Ende unserer Reise vom Camper-Vermieter wieder zurück ins Hotel fuhr. Sie ist ebenfalls 'selbstständig' und kommt, bei allerdings langen Schichten, auf recht gutes Geld!

 

In San Antonio, Texas:

Hier nutzten wir ebenfalls ein Taxi (Das weiße oben). Auf dieser Fahrt befragte ich den Fahrer ein wenig nach den dortigen Arbeitsbedingungen. Fast alle Kutscher sind da pseudo-selbstständig. Sie mieten die Fahrzeuge von einem Großunternehmer, wobei die Mieten ziemlich heftig sind. Bei einem 'normalen' taxi, wie dem unsrigen, kostet das 350,- $ pro Woche, und bei einem Yellow Cab 750,-! Trotzdem kann man, wenn man richtig ranklotzt seine Familie ernähren, ohne daß die Frau mitverdiehnt. Sie haben aber trotzdem oft Schichten, wo sie eigentlich zusetzen.

Solche Scheinselbstständigkeit ist ja bei uns grundsätzlich verboten, wird aber viel praktiziert unter dem Begriff 'Alleinfahrer'!

 

In Dallas gab es wirklich sehr viele wunderschön gefärbte Cabs:

Preise in Dallas (Texas):

 

Unsere nächste Station war Atlanta in Georgia:

Preise in Atlanta:

20 % Preisnachlass für Behinderte oder Senioren mit entsprechendem Nachweis. Flatrate-Zonen!

 

Und dann kam Florida, wo uns schon die Werbung auf den Taxis auf unser Reiseziel Kennedy Space Center hinwies:

 

In Florida nördlich der Everglades im Reservat der Miccosukee-Indianer entdeckten wir dann auch noch ein Yellow Cab, das einem lokalen Indianer gehörte:

Preise im Miccosukee-Reservat in Florida:

 

Und dann noch New Orleans:

Preise in New Orleans:

Alles in Allem gab es wieder unglaublich viele tolle Taxen zu sehen, wobei leider die Kamera nicht immer schnell genug hochfuhr, um sie auf's Bild zu bannen. Aber ich denke, die Vielfalt der Fahrzeuge und deren Bemalung kommt bei den Bildern gut rüber!

 


Amerikanischer Westen 2006

Im September und Oktober 2006 unternahmen meine Frau und ich eine vierwöchige Reise durch Californien und Arizona, mit ein paar kleineren Abstechern nach Nevada und Utah. Und natürlich hatte ich mir vorgenommen, ein gewisses Augenmerk auf die dortige Situation der Taxifahrer zu lenken.

Kaum aus der Ankunftshalle am San Francisco International Airport gekommen, bot sich uns ein für Hamburger Verhältnisse bemerkenswertes Bild: Viele viele Taxis in allen möglichen leuchtenden Regenbogenfarben! Von einer einheitlichen hellelfenbeinernen Tristesse wie in Hamburg Lichtjahre entfernt!

Wir waren auf der Stelle begeistert. Kann man doch so umgehend die einzelnen Firmen unterscheiden. Zum Beispiel der Wagen in der Mitte der Schlange gehört zu den überall in den USA verbreiteten 'Yellow Cabs', die dort einen hervorragenden Ruf haben, was Service anbelangt. Möchte ich also mit einem solchen fahren, brauche ich nur zielstrebig darauf zuzugehen und ihn nehmen. Zweimal haben wir noch Taxis am Stand genommen, in Las Vegas zum und vom Hilton-Hotel, weil dort die 'Star Trek Experience ist (Ein Muß für Trekkies wie uns). Zwei weitere Male aber haben wir 'Yellow Cabs' gerufen, weil man uns versicherte, diese seien die besten. Da macht es zum Beispiel für den Ausländer (aber durchaus auch die Einheimischen) den unschätzbaren Vorteil, daß man diese auch sofort überall hervorragend erkennen kann. So viel für die Gegner der Farbfreigabe hier in dieser unserer Stadt.

Dieses Mal nahmen wir alerdings den ersten Wagen in Schwarz-Orange von der Firma 'United Cab', der auch die relativ kurze Strecke zu unserem Hotel in Flughafennähe ohne Murren hinter sich brachte. Allerdings war er beim Einladen des Gepäcks etwas zurückhaltend und mußte sich bei Kollegen erkundigen, wo das Hotel war (Man sieht, daß so etwas auch im Paradies der Service-Leistungen vorkommt. Am Ende der Schlange sind übrigens zwei weitere Fahrzeuge dieser Firma deutlich zu erkennen!

Der Fahrer (Jevgenij, ein Russe) dieses Wagens war leider nicht sehr gesprächig. Vielleicht, weil er sich über die kurze Strecke ärgerte, andererseits aber auch, weil er der amerikanisch-englischen Sprache nur sehr rudimentär mächtig war. Aber immerhin kostete die Strecke 8 Dollar, und er bekam 10, obwohl, wie mir später Francisco, ein 'Yellow-Cab-Driver' erzählte, die Germans berüchtigt dafür seien, kein Trinkgeld zu geben.

Das änderte sich aber bei unserem nächsten Fahrer. Jita. Inder, der seit 20 Jahren in San Francisco lebte. Sein Englisch war erbärmlich, aber trotzdem redete er wie ein Buch und war bereit, ein bißchen mehr über sich und sein Leben als Kutscher dort (sage niemand je 'Frisco' zu dieser Stadt! Jedenfalls nicht in SF!). Er fuhr ein 'Yellow Cab', wie auch der letzte Farbfreigabe-Gegner hier deutlich erkennen kann. Der Wagen war zwar in einem ziemlich üblen Zustand, obwohl noch nicht so wirklich alt, aber sein Fahrer war ungemein hilfsbereit.

Da alle Taxen in Californien (jedenfalls habe ich nie eine gesehen) keine Trennscheibe aufweisen, fragte ich den Fahrer zunächst mal höflich, ob ich wegen meiner Tentakel vorne sitzen könne, was selbstredend sofort genehmigt wurde. Auch das Gepäck, welches wir dabei hatten, wurde klaglos an seinen Platz verstaut. Ich muß allerdings darauf hinweisen, daß er schon vorher wußte, daß ihm eine gute Fahrt bevorstand. Von South San Francisco Airport nach Oakland zu 'Cruise America', dem Vermieter unseres Wohnmobils. Auf Uhr wären das etwa 90 Dollar gewesen. Wir hatten mit ihm 75 abgemacht und dazu bekam er noch 5 als Trinkgeld, nur um auch bei ihm das alte Klische der knauserigen Deutschen wieder etwas aufzuweichen.

Dieses Auto war ein Ford Windstar. Die meisten Taxen sind in dieser Gegend von Ford (z.B. Ford Crown). Nur sehr wenige Fahrzeuge anderer Marken konnte ich entdecken. Auf jeden Fall keinerlei deutsche Fabrikate, die überhaupt nirgends das Bild irgendwie beeinflußten. Nur in LA sah man ein paar wenige Exemplare, aber sonst höchstens ein paar uralte VWs oder Daimler!

Dieser Wagen gehörte seiner Firma. 'Yellow Cab San Francisco'. Diese trägt die Anschaffungskosten, Versicherngen und Reparatur. ALLE Kutscher, die dort fahren, müssen den Wagen gegen eine monatliche Gebühr mieten. Im Falle von Jita waren das 2.600 Dollar (etwa 2.000 Euro). Dazu kommen noch die Spritkosten, die zwar für unsere Verhältnisse lächerlich, für die US-Situation aber exorbitant sind (In den letzten Jahren etwa hat sich der Preis mehr als verdoppelt. Einem Wahl-Werbespott im Fernsehen zufolge seit Arni Schwazenegger dort Gouverneur ist, um 125 %!). Eine Gallone (3,9 Liter) Normalbenzin (87 Oktan) kosten dort im Moment zwischen 1,39 und 1,80 Dollar je nach Gegend, also etwa 1,35 Euro! Für fast 4 Liter! Wir würden uns da ja wie im Paradies fühlen, aber die haben daran ganz schön zu knacken, wenn man bedenkt, wie sehr man dort vom Auto abhängig ist. Allerdings muß ich unser Bild vom Nahverkehr dort ein wenig zurecht rücken, denn sowohl in San Francisco als auch in Los Angeles wurde in den letzten Jahren unglaublich viel in den öffentlichen Nahverkehr investiert, so daß man auch mit diesem durchaus zurecht kommt.

Zumindest in SF gibt es keinerlei Taxen, die von den Besitzern direkt gefahren werden. Alle Wagen sind auf Leasing-Basis an die Kutscher vermietet, die damit auf eigenes Risiko fahren.So kann es durchaus Monate geben, wo man nur mit großen Mühen die Miete wieder reinbekommt, geschweige denn auch noch gut verdient.

Fast alle Fahrer sind Immigranten, die aus Asien (Indien), Mexiko etc. stammen. Es gibt, wie überhaupt im Stadtbild dieser Bundesstaaten (außer etwas eingeschränkt LA), kaum Schwarze, was einem sehr auffällt.

Das hier ist Francisco, der genauso heißt, wie die Stadt, in der er als Miet-Fahrer arbeitet. Er war unser letzter Kutscher und extrem nett. Auch er unendlich hilfsbereit und freundlich. Ursprünglich hatte er in SF einen eigenen kleinen Betrieb mit 3 Wagen. Damals fuhren die Fahrer noch, ähnlich wie bei uns, auf prozentualer Basis. 55 % bekam die Firma und 45 der Fahrer. Die ersten 27 Dollar wurden nicht geteilt, denn die gingen für Sprit drauf. Er konnte aber dem Kostendruck nicht standhalten und mußte seine Lizenzen verkaufen. Heute fährt er bei 'Yellow Cab San Francisco' unter den Bedingungen wie Jita.

 

Eine der schönsten Farbgebungen fanden wir in SF in der Nähe des Union-Squares kurz vor unserer Rückreise. Einer der seltenen Toyotas als Taxis. Das, ihr lieben Hamburger Verbände, die immer noch für eine einheitliche Farbgebung plädieren, gibt doch nun wirklich was her, oder?

Im Gegensatz zu SF gibt es in Las Vegas, wie mir ein dortiger Kutscher versicherte, kaum Leasing-Driver, sondern fast nur fest angestellte Fahrer, die gegen einen Monatslohn und eine Umsatzbeteiligung fahren. Wie hoch beides war, lies sich leider nicht in Erfahrung bringen. Aber zumindest in dieser Stadt scheint das Geschäft ganz gut zu laufen, jedenfalls, wenn man zur nachtfahrenden Klasse der Taxifahrer gehört. Tagsüber dürfte das Geschäft eher ruhig sein, da dort nahezu niemand um diese Zeiten einer geregelten Arbeit nachgeht. Und auch die Touris in den Tagstunden eher schlafen, da das Leben dort erst abends anfängt.

Auch, hier auf diesem Bild gut zu erkennen, haben die Taxen alle nur erdenklichen Farbgebungen. Sogar getreift (hinten im Bild) sieht man sehr häufig.

In dieser Stadt sind die Taxen sehr schön an den Dach-Werbeträgern zu erkennen. Vorne gibt es dann gelegentlich noch mal ein Schild mit der Aufschrift 'Taxi', der Konzessionsnummer oder dem Firmenlogo.

Und auch am Heck tragen die meisten ein weiteres Schild. Trotzdem sind sie immer und überall, auch von Weitem, als eine Taxe zu erkennen! Gerade wegen des Werbeschildes!

An der Tür tragen alle Taxen, überall in den USA, eine Preisinformation, was für den Ausländer sehr hilfreich ist. Dazu noch oft Hinweise (siehe auf diesem Wagen oben an der hinteren Tür, daß der Fahrer nur 5 Dollar maximal bei sich hat und wechseln kann. Das soll wohl der Sicherheit dienen, wobei er natürlich mehr dabei hat, wenn er eine längere Tour hinter sich hat. Ob die Wagen, wie in New York, eine Art Tresor haben, wo der Fahrer nach der Tour sein Geld reinwirft, ließ sich nicht feststellen. Außerdem weist er noch darauf hin, daß bei ihm 5 Personen für den Preis von einer fahren können! Was für ein Schnäppchen!

In Los Angeles war die Taxiwelt in sofern wieder in Ordnung, als die exsessive Werbung auf den Wagen fehlte. Auch auf den Dachschildern gab es wieder Hinweise, um welche Art Fahrzeuge es sich bei ihnen handeln würde. Aber auch die Farbgebungen waren firmenangepaßt und meist recht gutaussehend wie auf der obigen.

Und auch die 'Yellow Cabs' waren wieder allgegenwärtig.

Hier herrschen ähnliche Zustände wie in San Francisco. Die meisten Fahrzeuge werden für 2 - 3.000 Dollar in Monat vermietet, wobei der fahrer auch noch Sprit zahlt. Und praktisch alle gehören größeren Unternehmen oder Genossenschaften.

Slogan von 'Yellow Cab': "Your Community, Your Cab"! Ob unsere Elite-Zentrale in Hamburg ihre Idee für einen ihrer Slogan wohl dort her übernommen hat?

Auf unseren 3.500 Meilen (fast 5.000 Kilometer) durch den Westen der USA kamen wir auch an einigen Teilen der alten Route 66 vorbei (leider existiert diese Straße nur noch für Turisten, da sie weitestgehnd durch die Interstate 40 überbaut wurde. Und vor einem 'antiken' Laden in Seligman (bitte 'Slickmen' aussprechen) stand dieses Vehikel! Ein 59er Edsel Corsair 4 Door Sedan (Ich hatte hier erst Buik geschrieben, aber Markus, unser Auto-Spezi, mußte und durfte mich natürlich korrigieren)!

Gut! er war nicht mehr sehr gut erhalten, aber es war eine Taxe aus den guten alten Zeiten dieser 'Mutter aller Straßen', wie man sie in den USA liebevoll nennt. Aus den 60ern! Er stand dort zu Werbezwecken für eben dieses Geschäft (wo ich übrigens mein erstes und einziges Taximodell erstehen konnte), aber er war es wert, auszusteigen und ihn sich näher anzusehen. Im Hintergrund könnt ihr übrigens meinen RV (Recreational Vehicle) sehen. 3 Meter breit und 8,5 Meter lang (25 feet). Für amerikanische Verhältnisse nicht gerade groß, aber für unsere schon recht ordentlich.

Tja, Leute! Mit dem Vehikel hier bei uns in Good Old Hamburg, würde man am Stand schon was hergeben. Aber man stelle sich mal seinen Durst vor! Und das bei unseren Preisen!

So. Damit komme ich zum Ende meiner Taxi-Erlebnisse. Ich hoffe, euch allen etwas Spaß gemacht zu haben. Vielleicht schreiben ja andere von deren Erlebnissen mit Wagen unserer Provenience?

 


 

Weitere Taxis aus den USA

Hier folgen ein paar weitere Fotos, die mein Töchterchen Eva, die derzeit in Los Angeles wohnt, für uns alle im Oktober und November 2013 gemacht hat.

 

Taxis in Boston (2013)

 

Taxis in Los Angeles (2013)

 

Beverly Hills Taxis (2013)

Wie mir mein Töchterchen meldete, fahren in Beverly Hills, das übrigens KEIN STADTTEIL LAs ist, fast nur noch Toyota Prius als Taxen. Die Ford Crown Vics sind bals ausgestorben.

Und mal zur kleinen Ergänzung ein BH-Taxi als 1:87 Modell Chevrolet aus meiner Sammlung:

 

Long Beach Taxis (2014)